Samstag, 21. November 2009

Panorama



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02.05.2006
 

Wunderkind

Marathonknirps rennt 65 Kilometer

Ein indischer Junge versetzt die Läuferwelt in Staunen: Der kleine Budhia ist vier Jahre alt und lässt selbst gestandene Marathonprofis alt aussehen. Er rannte eine Strecke von 65 Kilometern am Stück - in sieben Stunden. Weltrekord, meint sein Trainer und Adoptivvater.

Bhubaneswar - Bei seinem Langstreckenlauf standen heute Tausende Zuschauern am Rande der Strecke und feuerten den Knirps an. Begleitet wurde er von Krankenwagen und mitjoggenden Soldaten. Budhias Spitzname: "Forrest Gump Indiens". Ärzte mussten den Jungen schließlich stoppen; Budhia Singh sei erschöpft. Eigentlich hatte das Kind vorgehabt, 70 Kilometer weit zu laufen.

Budhia Singh: 65 Kilometer an einem Stück gelaufen
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AFP

Budhia Singh: 65 Kilometer an einem Stück gelaufen

Der in einem Elendsviertel lebende Junge habe die Strecke in sieben Stunden und zwei Minuten zurückgelegt, berichtete sein Trainer, Biranchi Das. Die Leistung seines Schützlings sei indischer und vermutlich auch weltweiter Rekord. "Kein anderes Kind seines Alters hat eine Entfernung von 65 Kilometern in einem Rutsch bewältigt." Der Trainer sagte nach dem Lauf, sein Schützling hätte auch die 70 Kilometer geschafft, wenn er nicht von begeisterten Zuschauern und Fernsehreportern gestört worden wäre.

Der Lauf findet nun Aufnahme in das indische Rekordbuch Limca, wie die Nachrichtenagentur PTI meldete. Der Junge betete zunächst in einem Hindu-Tempel in Puri und machte sich dann auf den Weg nach Bhubaneswar, der Hauptstadt des ostindischen Unionsstaats Orissa.

Budhias Schicksal war nach dem Tod seines Vaters zunächst völlig ungewiss. Die völlig verarmte Mutter hatte sich nicht anders zu helfen gewusst und ihren Sohn an einen anderen Dorfbewohner verkaufen wollen, weil sie ihn nicht großziehen konnte. Trainer Biranchi Das berichtete, er habe sich daraufhin des Jungen angenommen und ihn adoptiert. Der Mutter habe er 800 Rupien, umgerechnet 14 Euro, für den Jungen gegeben. Sein Talent sei ihm aufgefallen, als der Kleine aus Versehen ohne Erlaubnis auf einen Sportplatz geriet und Strafrunden drehen musste. Als der Trainer nach fünf Stunden zurückkam, lief Budhia immer noch.

Budhia renne jeden Tag mindestens 20 Kilometer. Zwei Mal pro Woche lege er sogar 45 Kilometer zurück. Der Adoptivvater gerät deswegen immer wieder in die Kritik. Die Kinderwohlfahrtsorganisation Orissas untersucht, ob der Vater den kleinen Jungen zur persönlichen Bereicherung ausbeutet. Der Trainer weist die Vorwürfe zurück.

ffr/AP/dpa

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