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12.05.2006
 

Nigeria

Flammeninferno bei Ölpipeline - mehr als 150 Tote

Nahe der nigerianischen Wirtschaftsmetropole Lagos ist es zu einer gigantischen Explosion gekommen, als Diebe eine Ölpipeline anzapften. Mehr als 150 Menschen sollen getötet worden sein.

Lagos - Laut der Nachrichtenagentur AFP ereignete sich das Unglück in einem Dorf namens Ilado nahe der Metropole. Von dort berichtete ein AFP-Korrespondent. Helfer des nigerianischen Roten Kreuzes sollen an der Unglücksstelle nur Leichen vorgefunden haben. Sie seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, sagte Rot-Kreuz-Generalsekretär Abiodun Orebiyi.

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Laut Orebiyi war die Pipeline an mehreren Stellen angebohrt, vermutlich um Öl zu stehlen. An der Unglücksstelle lagen rund 500 Benzinkanister. Der durch die Explosion verursachte Großbrand wurde nach Angaben des Roten Kreuzes bis zum Nachmittag unter Kontrolle gebracht. Der Diebstahl von Öl ist im Nigerdelta weit verbreitet. Dabei kommt es immer wieder zu Explosionen.

Auch der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte ein offizieller Vertreter des Roten Kreuzes in Nigeria: "Heute morgen hat jemand angerufen und gesagt, dass es eine Explosion auf Snake Island vor Lagos gab. Wir haben ein Team und Krankenwagen hingeschickt."

Zunächst war über einen Anschlag spekuliert worden. Die militante Bewegung für die Befreiung des Nigerdeltas hatte erst vor wenigen Tagen Attentate auf ausländische Ölfirmen angekündigt.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass am Morgen eine dicke, schwarze Rauchsäule über dem Zentrum von Lagos zu sehen war. Sie sei aus der Richtung des Hafens von Apapa gekommen. Dort gibt es zahlreiche Öllager.

Nigeria ist der größte Ölproduzent in Afrika und der sechstgrößte Öl-Exporteur weltweit. In dem Land führen Tausende Kilometer Ölleitungen durch das Land. Immer wieder kommt es zu schweren Unglücken, vor allem, weil die verarmten Bewohner nach Angaben der Ölgesellschaft häufig illegal Leitungen anzapfen, um ihr Überleben zu sichern. Beim bislang schwersten Pipeline-Unglück im Oktober 1998 waren 1086 Dorfbewohner ums Leben gekommen.

aki/AFP/reuters/dpa

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