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02.06.2006
 

Bärenjagd

Bayern setzt auf Hilfe aus Finnland

Braunbär "JJ1" führt seine Häscher im deutsch-österreichischen Grenzgebiet seit mehr als einer Woche an der Nase herum. Während Tirol die Abschusserlaubnis widerrufen will, stellt sich Bayern stur - und setzt bei der Suche nun auf die Hilfe finnischer Experten.

Hamburg - Der Tiroler Agrarlandesrat Anton Steiner hatte angekündigt, die Jagderlaubnis für den Bären zurückzuziehen. Das bayerische Umweltministerium bleibt dagegen bei seiner Abschussgenehmigung. "Das Tier hat gelernt, dass Futter am leichtesten in der Nähe von menschlichen Siedlungen zu finden ist. Damit steigt von Tag zu Tag die Gefahr, dass ihm ein Mensch im Fluchtweg steht", sagte Ministeriumssprecher Roland Eichhorn der Nachrichtenagentur dpa.

Braunbär "JJ1": "Von Tag zu Tag steigt die Gefahr"
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Braunbär "JJ1": "Von Tag zu Tag steigt die Gefahr"

Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag, Ruth Paulig, wiedersprach Eichhorn: "Das Todesurteil für den ersten bayerischen Braunbären seit 170 Jahren war eine Fehlentscheidung." Sie drängt darauf, dass Bayern es Tirol nachmacht und die Erlaubnis zur Tötung aussetzt.

Der Bär ließ sich jedoch schon länger nicht mehr blicken. Weil die konventionellen Fallen bislang keinen Erfolg hatten, sollen sich nun in der kommenden Woche finnische Experten mit Bärenhunden auf die Suche machen und den Bär stellen. Sie würden sich dem Tier aus Sicherheitsgründen allerdings nicht auf mehr als 80 Metern nähern, berichtete Eichhorn.

In den französischen Pyrenäen ist derweil unter dem Protest der ansässigen Bauern der vierte Bär im Zuge des Wiederansiedlungprogramms ausgesetzt worden. Die Landwirte fürchten, die Tiere könnten ihr Vieh reißen. Bär Balou ist 88 Kilogramm schwer und kommt wie seine Artgenossen aus Slowenien. Die Braunbären sind in den achtziger Jahren aus den Pyrenäen verschwunden.

bri/dpa/AP

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