London - Angesichts der ungewöhnlich hohen Temperaturen von mehr als 30 Grad im Schatten hat der englische Wetterdienst gestern eine Hitzewarnung ausgegeben. In London durften Prozessanwälte sogar ausnahmsweise ihre langen Perücken aus weißem Rosshaar abnehmen.
Auch die Tennisspieler in Wimbledon blieben von der Hitze nicht verschont. Der junge britische Tennisstar Andy Murray brachte den Vorschlag ins Spiel, die normalerweise für Regenwetter vorgesehene "Regelung über extreme klimatische Bedingungen" auch auf sein Spiel auf dem Centre Court anzuwenden, wo bis zu 40 Grad Celsius herrschten.
In Deutschland wiederum hat ein Jungbulle im niedersächsischen Toppenstedt gestern Nacht besondere Abkühlung gesucht: Der Galloway-Bulle war von seiner Weide ausgebüchst und in ein Schwimmbecken im benachbarten Garten gesprungen. Lautes Planschen und Schnauben hatte der Polizei zufolge die Nachbarn geweckt. Die Feuerwehr musste das tobende Tier mit einem Trecker aus dem Pool ziehen.
Waldbrandgefahr steigt
Indes steigt durch die sommerliche Hitze vor allem im Norden und Osten Deutschlands die Waldbrandgefahr. Für das gesamte südliche Brandenburg mit der Spree-Neiße-Region und Cottbus gilt nun die höchste Warnstufe 4, teilte das Landesumweltministerium heute mit. Auch in weiten Teilen Schleswig-Holsteins ist nach Angaben der Behörden in Kiel die dortige höchste Warnstufe 5 ausgerufen worden. Die Behörden der betroffenen Länder forderten die Bürger auf, das Rauch-, Feuer- und Grillverbot in Wäldern unbedingt einzuhalten und Brände sofort der Polizei oder Feuerwehr zu melden.
Morgen soll die Hitzewelle allerdings mit Spitzenwerten zwischen 30 und 35 Grad in weiten Teilen Deutschlands vorerst ihren Höhepunk erreichen. Gegen Abend muss im Westen mit örtlichen Gewittern gerechnet werden, teilte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach heute mit. Es bleibt aber bei sommerlichen Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. "Die Chancen stehen also ganz gut, dass abgesehen von kurzen Unterbrechungen für längere Zeit eher sommerliches Wetter herrscht", erklärten die Meteorologen.
str/ddp/AFP/dpa
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