München - Der aus Bayern stammende Papst landete mit einer Sondermaschine der italienischen Fluggesellschaft Alitalia auf dem Münchner Flughafen. Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Stoiber holten ihn am Flugzeug ab und begrüßten ihn mit Händeschütteln.
Danach bekam der Papst gleich drei Hymnen zu hören: Die des Vatikanstaates, die deutsche und die des Bundeslandes, das er bei seinem Deutschland-Besuch nicht verlassen wird: Bayern.
Bundespräsident Horst Köhler begrüßte den Papst mit den Worten: "Wir freuen uns sehr, dass Sie wieder bei uns sind." Er würdigte den zweiten Deutschland-Besuch Benedikts als starkes Bekenntnis zu seiner Heimat. Köhler sprach sich für ein stärkeres Zusammenrücken der beiden großen christlichen Kirchen aus. Die evangelische und die katholische Kirche verbinde viel mehr als sie trenne.
Man könne zwar fast 500 Jahre unterschiedlicher theologischer und glaubenspraktischer Entwicklung nicht mit einem Federstrich beenden, so der Bundespräsident. Auch wisse er, dass gerade in den vergangenen 50 Jahren schon sehr viel Annäherung geschehen sei. Köhler betonte: "Ich darf aber, als evangelischer Christ, meine Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass diese ökumenische Entwicklung weitergeht, vor allem in gegenseitigem Respekt und in Anerkennung der tiefen und wesentlichen Gemeinsamkeiten."
Besuch als Ermutigung
Auf die Hoffnungen des Bundespräsidenten zu Ökumene antwortete Benedikt XVI.: "Wir werden uns mit Herz und Verstand darum bemühen, dass wir zueinander kommen." Der Papst appellierte an die Deutschen, sich aktiv an der Weitergabe der grundlegenden Werte des christlichen Glaubens zu beteiligen. "Mein Besuch in dem Land, in dem ich geboren wurde, möchte auch in diesem Sinne eine Ermutigung sein", sagte der Papst. Joseph Ratzinger betonte auch den besonderen persönlichen Charakter seiner Reise: "Ich kehre in meine Heimat, zu meinen Landsleuten, zurück in der Absicht, einige Orte zu besuchen, die in meinem Leben eine grundlegende Bedeutung hatten." Und so sprach er die rund 400 anwesenden auch so an, wie man es in Bayern gewohnt ist: "Ein herzliches Grüß und Gott" lautete seine Begrüßungsformel.
Begeisterte Zuhörer feierten ihn mit "Benedetto"-Rufen, die Tegernseer Gebirgsschützen empfingen den Papst mit einem dreifachen Salut. Benedikt selbst ist Mitglied der Gebirgsschützen.
Am späten Nachmittag ist eine Fahrt Benedikts im Papamobil durch die Münchner Innenstadt zum Marienplatz geplant, wo Tausende Gläubige auf den Papst warteten. Anschließend wollte das Kirchenoberhaupt an der Mariensäule ein Gebet sprechen.
Im Laufe seines sechstägigen Besuchs in Bayern wird der Papst große Gottesdienste in München und Regensburg feiern sowie die Wallfahrtsstadt Altötting und seinen Geburtsort Marktl besuchen.
sac/Reuters/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Papst Benedikt XVI. | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH