Mittwoch, 10. Februar 2010

Panorama



Papst Benedikt XVI.

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11.09.2006
 

Heimat-Besuch

Papst auf den Spuren des kleinen Joseph

Besuch in der alten Heimat: Zehntausende Menschen haben Benedikt XVI. am Morgen im bayerischen Altötting begeistert begrüßt. In den Wallfahrtsort war der Papst schon als Kind gepilgert.

Altötting/Marktl - Der dritte Tag des Papstbesuchs in Bayern steht ganz im Zeichen der Kindheit und Jugend von Benedikt XVI. Das Kirchenoberhaupt besucht heute nicht nur Altötting, sondern auch seinen Geburtsort Marktl am Inn.

Allerdings hat er nicht allzu viel Gelegenheit für nostalgische Gefühle - schließlich muss der Papst ein hochoffizielles Programm absolvieren. So wurde er in Altötting von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) und dem Passauer Bischof Wilhelm Schraml begrüßt.

Per Papamobil begab sich Benedikt XVI. zum Kapellplatz des Ortes. Dort wurde er von 60.000 Gläubigen begrüßt. Viele hatten sich schon in der Nacht auf dem Gelände postiert, um sich einen guten Platz zu sichern. Nach der Begrüßung entzog sich der Papst kurz dem Trubel und begab sich in die Gnadenkapelle zu einem stillen Gebet am Marienheiligtum, einer 65 Zentimeter großen Lindenholzfigur. Die "Schwarze Madonna" wird bereits seit 500 Jahren angebetet.

Von Maria beten lernen

Bei dem anschließenden Freiluftgottesdienst rief er die Menschen zu einer neuen Marienfrömmigkeit auf. Von ihr lerne man das "rechte Beten" und "die Demut und die Großzügigkeit, Gottes Willen anzunehmen und ihm zu glauben, dass seine Antwort das Gute für uns ist". Maria habe menschliche Not Gottes Macht anvertraut - "einer Macht, die über menschliches Können und Vermögen hinausgeht", sagte der Papst.

Wie schon gestern bei seiner Predigt in München rief er die Gläubigen dazu auf, sich wieder stärker Gott zuzuwenden: "Gott groß machen, das heißt, ihm Raum geben in der Welt, im eigenen Leben, ihn einlassen in unsere Zeit und unser Tun." Das Oberhaupt der katholischen Kirche fügte hinzu: "Wo Gott groß wird, da wird der Mensch nicht klein - da wird auch der Mensch groß, und da wird die Welt hell."Anschließend folgt eine Prozession in die neue Anbetungskapelle, die der Papst weihen wird. Für den Nachmittag ist eine Vesper mit Ordensangehörigen und Priesteramtskandidaten vorgesehen.

Am Abend tritt dann der Papst seinen Kurzbesuch in seinem Geburtsort Marktl an, wo er seine Taufkirche besuchen will. In dem Ort war man gestern heftig am Renovieren. Unbekannte hatten in der Nacht zum Sonntag Beutel mit blauer Farbe auf die Fassade von Ratzingers Geburtshaus geworfen. Nach seinem Heimatbesuch fliegt der Papst mit einem Hubschrauber nach Regensburg. Dort wird er die nächsten beiden Tage verbringen. Für morgen ist dort ein großer Freiluft-Gottesdienst mit Hunderttausenden Pilgern geplant. Zum Abschluss seiner Reise wird er am Donnerstag noch nach Freising reisen.

str/ddp/dpa/AFP

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