Rom - Rund 200 Fahrgäste wurden nach Angaben italienischer Fernsehberichten zum Teil schwer verletzt. Bei den beiden Todesopfern handelt es sich um zwei Frauen, gab Bürgermeister Walter Veltroni bekannt. Nach ersten Augenzeugenberichten soll ein Zugführer ein rotes Haltesignal missachtet haben und früher losgefahren sein.
Der Zusammenstoß ereignete sich an der Station Piazza Vittorio Emanuele im Stadtzentrum, teilte der U-Bahn-Betreiber Atac mit. Die Station gehört zu den meistfrequentierten der italienischen Hauptstadt, da dort täglich der größte Markt Roms stattfindet.
Das Unglück passierte um 9.35 Uhr - ein Zeitpunkt, zu dem viele Pendler von den südlichen Vorstädten Roms in die Innenstadt fahren. Die Züge sollen nach Angaben des Fernsehsenders n-tv sehr gefüllt gewesen sein.
Ein einfahrender Zug der Linie A sei mit vergleichsweise hoher Geschwindigkeit auf einen haltenden Zug gefahren, berichteten die italienischen Behörden. Der wartende Zug habe mit offenen Türen an der Station Piazza Vittorio gestanden. Viele Fahrgäste waren zunächst in den beiden Metallwracks eingeschlossen. Die Bergung gestaltete sich schwierig, da die U-Bahnstation sehr eng gebaut sein soll. Mittlerweile seien jedoch alle eingeklemmten Passagiere aus den Waggons befreit worden.
Vielen Menschen war es gelungen, trotz Schnittwunden und anderer Verletzungen auch aus eigener Kraft aus den Wägen zu gelangen. "Andere Menschen wurden ohnmächtig, als sie die blutenden Passagiere sahen", sagte ein Feuerwehrmann.
Ein Augenzeuge berichtete, einige Stahlträger der U-Bahn-Station seien eingestürzt. Blutüberströmte Menschen hätten den U-Bahn-Tunnel verlassen, sagte ein weiterer Zeuge. "Plötzlich gingen alle Lichter aus. Es war unheimlich!", berichtete ein Mann dem TV-Sender CNN.
Einen Anschlag schließen Experten aus. Mehrere Passagiere berichteten, der U-Bahn-Führer habe ein rotes Warnsignal übersehen. "Ich sah das rote Warnsignal, als wir in die Station einfuhren", sagte Andrea Trovaioli. Der 38-Jährige saß in dem einfahrenden Zug. "Ich bin sicher, dass die Ampel auf rot stand", sagte Fahrgast Simone Saltarelli der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Das Bremsmanöver habe so lange gedauert, dass sich einige Menschen bereits vor der Katastrophe auf den Boden warfen, weil sie Schlimmstes befürchteten.
Rettungswagen und Einsatzkräfte eilten zum Unfallort, der von der Polizei abgeriegelt wurde. Das italienische Rote Kreuz betreut noch immer vor Ort unzählige Menschen, die unter Schock stehen. Vor der U-Bahn-Station errichteten Sanitäter ein Feldlazarett zur Ersten Hilfe für die Verletzten.
dab/ddp/AFP/Reuters
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