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20.10.2006
 

Stich ins Herz

US-Millionär ringt nach Rochenattacke mit dem Tod

Ein 81-jähriger Amerikaner schwebt nach dem Stich eines Adlerrochens noch immer in Lebensgefahr. James Bertakis war in einem Boot vor der Küste Floridas unterwegs, als das Tier plötzlich aus dem Wasser schnellte und zustach. Der Stachel traf den millionenschweren Bauunternehmer ins Herz.

Lighthouse Point - Nach dem Zwischenfall konnten Bertakis' erwachsene Enkelinnen das Boot an Land steuern und einen Notarzt alarmieren. Das Opfer wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und operiert. Zunächst hatten die Rettungskräfte angenommen, der Stachel habe das Herz verfehlt. Auf dem Operationstisch stellte sich dann aber heraus, dass nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz getroffen worden waren.

Die Chirurgen konnten den Stachel zwar entfernen, aber Bertakis ist noch immer in Lebensgefahr. "Das ist eine sehr ernste und irgendwie unheimliche Verletzung", sagte einer der Ärzte dem US-Nachrichtensender CNN. "So etwas habe ich noch nie gesehen." Eine Kollegin äußerte sich ebenfalls fassungslos über den Fall. Normalerweise träfen die Tiere mit ihren Stacheln gar nicht. "Rochen sind doch keine Scharfschützen, um Himmels willen", sagte sie dem Sender.

Der Fall weist Ähnlichkeiten zu dem Unfall auf, der zum Tod des australischen TV-Stars Steve Irwin führte. Bei Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm war der als "Crocodile Hunter" bekannte Irwin ebenfalls von einem Rochen ins Herz gestochen worden. Irwin jedoch zog sich den Stachel selbst aus der Brust und starb kurz darauf. Bertakis ließ den Stachel in der Brust stecken und überlebte nach Angaben seiner Ärzte so lange, bis er behandelt werden konnte.

Die Umstände der Attacke in Florida sind noch immer ein Rätsel. Laut Polizei war der stachelbewehrte Adlerrochen gestern plötzlich in das Boot gesprungen. Als Bertakis versuchte, den einen Meter langen Fisch zu entfernen, habe dieser zugestochen. Nach Ansicht von Experten ist es sehr ungewöhnlich, dass Rochen sich so verhalten. Sie gelten als friedliche Tiere. "So etwas ist extrem außergewöhnlich", sagte eine Meeresbiologin von der Universität von Miami. "Selbst wenn die Tiere unter Stress stehen, greifen sie normalerweise nicht an."

Bertakis ist als Bauunternehmer zu Millionenreichtum gekommen, hat sich aber inzwischen zur Ruhe gesetzt und seinen Söhnen die Firma übergeben.

ffr/AP

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