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12.12.2006
 

Sexuelle Belästigung

Weltweite Empörung über Vorwürfe gegen Vierjährigen

Ein Vierjähriger soll eine Frau sexuell belästigt haben. Dieser abstruse Vorwurf sorgt weltweit für Wut und Empörung. Manche drohen sogar der zuständigen Schulbehörde in Texas und fordern Strafen für die Frau, die der Junge unsittlich berührt haben soll.

Waco - Die Schulbehörde, die zuständig ist für die La-Vega-Vorschule in Waco im US-Bundesstaat Texas, schweigt laut News Channel 25 zu dem bizarren Fall, in dem der vierjährige Christopher der sexuellen Belästigung beschuldigt wurde. Anders die Öffentlichkeit: Eine Lawine von empörten Mails brach über die Schule und Medien herein - aus den USA und aus dem Rest der Welt.

Kaum hatten Fernsehsender ihre Meldungen über diesen Vorfall ausgestrahlt, brach der Sturm der Entrüstung los. Eltern, Lehrer und Rektoren anderer Schulen äußerten sich erbost darüber, dass Christopher von seiner Schule suspendiert wurde, weil er beim Umarmen einer Schulangestellten mit seinem Kopf deren Brüste berührt hatte. Sie alle protestieren gegen den hanebüchenen Vorwurf.

Zum Teil gab es wüste Drohungen: gegen die Schulangestellte, den Rektor und die Behörde. Einige forderten, dass sich die Angestellte, die den Fall ins Rollen brachte, einer psychologischen Beratung unterziehen oder gar bestraft werden müsse.

Christophers Vater, Damarcus Blackwell, begrüßte den Zuspruch und die Unterstützung, betonte jedoch, es gehe ihm in erster Linie um Gerechtigkeit. "Wir wollen keine Gewalt, aber wir freuen uns über den Beistand. Er zeigt, dass die Menschen da draußen ebenso bestürzt sind wie wir", sagt er zu News Channel 25.

Noch habe sich die Schulbehörde nicht wieder bei ihm gemeldet, erklärte Blackwell. Aber er werde keine Ruhe geben, bis alle Anschuldigungen aus der Akte seines Sohnes getilgt sind.

Die Schulbehörde hatte in Folge der Suspendierung den Vorfall auch in der Personaldatei des Jungen vermerken lassen. Und zwar als "unpassendes körperliches Verhalten", das "als sexueller Kontakt und/oder sexuelle Belästigung interpretiert wird". Erst als Blackwell Beschwerde einlegte, lenkte die Behörde ein und formulierte um: Der Vorwurf lautet nun nur noch "unpassender körperlicher Kontakt". Die Hinweise auf sexuelle Belästigung sind gestrichen worden.

Das reicht dem empörten Vater nicht. Blackwell beharrt darauf, dass auch die Bemerkung "unpassendes körperliches Verhalten" gestrichen wird. "Ich will, dass auch das aus seiner Akte gelöscht wird. Mit der Entschuldigung, die ich anfangs einforderte, hätte man die Sache hier vor Ort regeln können. Jetzt aber hat der Fall eine andere Dimension erreicht."

jjc

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