+++ Lange Schlangen auf Bahnhöfen +++
[19:10] Nachdem die Bahn diverse Zugverbindungen wegen des Sturms gestrichen hat, bilden sich an Serviceschaltern auf den Bahnhöfen lange Schlangen. Einen Notfallplan gibt es offenbar nicht, zumindest ist er nicht allen Mitarbeitern bekannt, wie SPIEGEL-ONLINE-Reporterin Franziska Badenschier am Bahnhof in Hamburg Altona feststellte. Dort ist unter anderem der "Metronom" ausgefallen, der die Städte Hamburg und Bremen verbindet und von vielen Pendlern genutzt wird. Ob es alternative Fahrgelegenheiten wie Taxis oder Busse geben wird oder die Bahn den Wartenden eine Hotelübernachtung ermöglicht, sei am Servicepunkt in Altona nicht bekannt. Die meisten Reisenden würden ihren unfreiwilligen Aufenthalt dennoch gelassen nehmen.
+++ Schulen in Oberbayern und Schwaben bleiben am Freitag geschlossen +++
[19.05] Orkan "Kyrill" beschert den Schülerinnen und Schülern in Oberbayern und Schwaben einen freien Tag. Nach Angaben der Bezirksregierungen in München und Augsburg vom Donnerstagabend fällt der Unterricht am Freitag vorsorglich komplett aus. Es sei nicht abzusehen, wie stark die Schülerbeförderung und der Schulbetrieb durch Folgeschäden des Orkans beeinträchtigt werden, begründete die Regierung von Oberbayern die Maßnahme. Mit der frühen Entscheidung werde den Eltern die Entscheidung über eine Betreuung ihrer Kinder erleichtert. Die Schulleitungen seien angehalten, dennoch eine Betreuung der Kinder sicher zu stellen.
+++ Stromausfall in mehreren Großstädten +++
[18.50] In Magdeburg ist der Strom fast im ganzen Stadtgebiet ausgefallen. Davon betroffen seien Haushalte, Verkehrsampeln und Straßenbahnen, hieß es beim Lagedienst der Polizei auf Anfrage. Zu den Ursachen des Stromausfalls in der Landeshauptstadt lagen zunächst keine Angaben vor. Vermutet werden Auswirkungen des Orkantiefs "Kyrill". Auch in Wuppertal in NRW fiel der Strom komplett aus, bestätigte ein Feuerwehr-Sprecher gegenüber SPIEGEL ONLINE. Nach etwa zehn Minuten sei der Strom aber wieder da gewesen. Auch SPIEGEL-ONLINE-Leser aus Duisburg berichten, dass der Strom ausfiel.
+++ Berliner Feuerwehr ruft Ausnahmezustand aus +++
[18.45] Die Berliner Feuerwehr hat wegen des Unwetters am Donnerstagabend den Ausnahmezustand ausgerufen. Das teilte die Leitstelle mit. Im Süden Berlins seien bereits Windstärken von 110 km/h gemessen worden. Zahlreiche Straßen stehen unter Wasser. Den Angaben zufolge sind bis zu 1500 Kräfte im Einsatz.
+++ Alle Zufahrtsstraßen in den Oberharz gesperrt +++
[18.35] Orkan "Kyrill" hat im Harz eine Unzahl von Bäumen umgeworfen. Die Einsatzleitung der Polizei ordnete deshalb an, alle Zufahrtsstraßen in den Oberharz zu sperren. Wer dennoch weiter fahre, tue dies auf eigene Gefahr, sagte ein Sprecher. Inzwischen lägen so viele Stämme auf den Fahrbahnen, dass eine Räumung nicht mehr möglich sei. Ein Auto wurde von umstürzenden Fichten begraben. Verletzt wurde dabei jedoch niemand.
+++ Hallig-Bewohner rechnen mit "Land unter" +++
[18.27] Bei Böen bis zu Windstärke 12 warten die Bewohner der Hallig Nordstrandischmoor darauf, dass das Wasser steigt. "Alles, was wegfliegen kann, haben wir in Sicherheit gebracht, und die Schotten an den Häusern dicht gemacht", berichtet Erk Lorenzen, Lehrer auf der Hallig, gegenüber SPIEGEL ONLINE. "Wir rechnen mit erheblichem 'Land unter'." Ab etwa 19 Uhr werde das Wasser wieder steigen. "Kyrill" könnte dafür sorgen, dass es gegen ein Uhr auf bis zu drei Meter über Normal Null steigt.
+++ Berliner Verkehrsbetriebe stellen Verkehr nicht ein +++
[18.20] Ungeachtet der Sturmwarnung werden die Berliner Verkehrsbetriebe ihren Betrieb nicht um 20.00 Uhr einstellen. S- und U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen fahren weiter, sagte BVG-Sprecher Klaus Wazlak. Er reagierte damit auf eine Äußerung der Vize-Parlamentspräsidentin Karin Seidel-Kalmutzki (SPD), die Sitzung des Abgeordnetenhauses früher zu beenden, unter anderem auch weil die BVG um 20.00 Uhr nicht mehr fahren würde. Wazlak sagte weiter, es müsse aber sicher mit Behinderungen gerechnet werden, weil Bäume auf Gleise und Straßen stürzen könnten.
+++ Mehrere Autobahnstrecken gesperrt +++
[18.07] "Kyrill" behindert in ganz Deutschland den Verkehr. Folgende Autobahnstrecken wurden mittlerweile gesperrt: die Störbrücke der A 23 (Hamburg-Heide) bei Itzehoe, die Autobahn A46 bei Düsseldorf im Bereich einer Brücke in beiden Richtungen, das Autobahnkreuz Neunkirchen wegen umgestürzter Bäume, ein Teil der sogenannten Thüringen-Autobahn zwischen Gräfenroda und Ilmenau-West, die Autobahn A4 von Chemnitz nach Dresden streckenweise sowie die Fleher Autobahnbrücke auf der A46 bei Düsseldorf.
+++ Fernverkehr komplett lahmgelegt +++
[17.45] Fatale Sturmschäden: Wegen zahlreicher unbefahrbarer Strecken im Norden und Westen Deutschlands hat die Deutsche Bahn den Fernverkehr komplett eingestellt. "Wir mussten den Fernverkehr um 17.15 Uhr aus Sicherheitsgründen vorsorglich einstellen", sagte ein Bahn-Sprecher. Dies gelte vorerst auf unbestimmte Zeit, bis sich die Wetterlage gebessert habe. Eine Wiederaufnahme des Betriebes noch am selben Tag sei sehr unwahrscheinlich. Zehntausende Reisende säßen fest. Auch der Verkehr mit den Eurostar-Hochgeschwindigkeitszügen von Frannkreich nach Großbritannien ist zum Erliegen gekommen, teilte die französische Bahngesellschaft SNFC mit. Grund sei eine in der Nähe des nordfranzösischen Dorfes Hondeghem heruntergerissene Oberleitung.
+++ Deutsche Bahn stellt Betrieb in NRW ein +++
[17.37] "Kyrill" legt den Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen komplett lahm: Die Deutsche Bahn AG hat den gesamten Betrieb in NRW eingestellt. Dies berichtete die Bahn auf ihrer Internetseite bahn.de. Fahrgäste wurden an den Bahnhöfen aufgefordert, die Züge zu verlassen.
+++ NRW-Ministerpräsident Rüttgers kann nicht nach Hause +++
[17.36] "Es wird von Minute zu Minute schlimmer", berichtet SPIEGEL-Redakteur Guido Kleinhubbert aus Düsseldorf. Die Händler auf dem Marktplatz der Stadt hätten ihre Stände bereits vor zwei Stunden geschlossen. Das Innenministerium habe seine Mitarbeiter zur Sicherheit bereits um 16 Uhr nach Hause geschickt. Im zwölften Stock der Staatskanzlei harre indes noch Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) aus. Er lasse sich regelmäßig über die Lage informieren. In dieser Höhe pfeife es fürchterlich und er habe "etwas Angst, das Haus zu verlassen", hieß es aus dem Ministerium.
+++ Bahn sperrt Fernverkehrsstrecke zwischen Hamburg und Hannover +++
[17.18] Die Bahn hat am Donnerstagnachmifrttag die Fernverkehrsstrecke zwischen Hamburg und Hannover sperren müssen. Bei Lüneburg sei ein Baum auf die Gleise gestürzt, teilte ein Bahn- Sprecher in Hannover mit. Es sei jedoch kein Zug dagegen gefahren. Die Strecke sei gesperrt worden; Techniker seien vor Ort, um die Gleise wieder frei zu räumen. Außerdem behinderten nach Angaben des Sprechers umgestürzte Bäume den Schienenverkehr auf den Strecken zwischen Bremen und Hannover sowie Bremen und Osnabrück.
+++ Zebras und Giraffen vor Sturm in Sicherheit gebracht +++
[17.15] Der zoologisch-botanische Garten Wilhelma in Stuttgart hat wegen des aufkommenden Orkans windempfindliche Tiere früher als sonst in ihre Häuser gebracht. Dazu zählen nach Angaben von Pressesprecherin Anja Paumen vor allem Zebras, Antilopen, Wildesel und Giraffen.
+++ "Alles normal" in Frankfurt am Main und München +++
[17.01] Während der Flughafen in Frankfurt am Main bereits zahlreiche Flüge gestrichen hat, ist im Zentrum der Main-Metropole noch "alles im normalen Bereich", wie SPIEGEL-Redakteure berichteten. Es regne ein wenig und sei stürmisch. Auch in München ist das Wetter nicht ungewöhnlich: Viel Wind und ein bisschen Regen meldet SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Sebastian Fischer.
+++ Siegburg bislang verschont +++
[16.51] Die Stadt Siegburg ist bislang von extremen Wetterlagen verschont. Es sei "rau, aber nicht ungewöhnlich", berichtet SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Frank Patalong von dort. Kinder würden draußen noch mit dem Fahrrad umherfahren. Regen gebe es keinen, nur ab und zu sei es böig.
+++ Sturm ist in Hamburg noch nicht dramatisch +++
[16.45] "In Hamburg ist viel los, aber es ist noch nicht dramatisch", berichtet SPIEGEL-ONLINE-Mitarbeiter Timo Nowack, der in Hamburg mit der Feuerwehr unterwegs ist. Bisher sei die Feuerwehr nur wegen überfluteter Straßen, umgefallener Bäume und herunterfallenden Dachziegeln im Einsatz.
+++ Rushhour in Berlin fällt aus +++
[16.40] Kurz vor der erwarteten Ankunft des Orkans " Kyrill" herrscht auf Berlins Straßen eine gespenstische Leere. Auch U-Bahnen und Straßenbahnen sind für diese Tageszeit erstaunlich leer. Die Bürger seien durch die Wettervorhersagen anscheinend verunsichert, berichtete Feuerwehrsprecher Marco Trenn am Nachmittag. Seinen Angaben zufolge musste die Berliner Feuerwehr bisher zu etwa 15 Einsätzen aufgrund heruntergefaller Dachziegel und umgestürzter Bäumen ausrücken.
+++ Kleinkind von Terrassentür erschlagen +++
[16.33] In Bayern ist wegen "Kyrill" ein Kleinkind ums Leben gekommen. Das 18 Monate alte Kind wurde am Donnerstag-Nachmittag im Norden Münchens getötet, als eine Terrassentür durch den starken Wind aus der Verankerung riss und auf das Kind stürzte, teilte die Polizei mit. Das Kleinkind wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, wo es wenig später starb.
+++ Gruner+Jahr schickt Mitarbeiter nach Hause +++
[16.30] Mitarbeiter des Verlagshauses Gruner+Jahr in Hamburg konnten um 15.30 Uhr - in Abstimmung mit dem Vorgesetzten - die Arbeit für heute beenden, teilte ein Mitarbeiter per Rundmail an alle mit. Man rechne damit, dass der Heimweg in den frühen Abendstunden zunehmend gefährlicher oder erschwert werden könne, hieß es zur Begründung.
+++ In Cuxhaven noch kein Unwetter +++
[16.30] "Kyrill" stürmt über Norddeutschland. Doch in Cuxhaven ist die Lage entspannt, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporterin Julia Jüttner. "Es ist sehr stürmisch, aber die Regenwolken haben sich verzogen, so dass kurz vor der Dämmerung sogar blauer Himmel zu sehen war."
+++ Keine Fähren mehr zu zwei Halligen +++
[16.19] Der Fährverkehr zu den Halligen Hooge und Langeness wurde für den ganzen Tag eingestellt. Auch die Fähren zwischen Dagebüll, Föhr und Amrum fahren nur eingeschränkt.
+++ Früher Feierabend +++
[16.12] Die großen deutschen Banken geben ihren Mitarbeitern wegen des Orkans "Kyrill" am Donnerstag die Möglichkeit, vorzeitig Feierabend zu machen. "Mitarbeiter, die dringend nach Hause müssen, können in Absprache mit ihrem Vorgesetzten früher gehen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank auf Anfrage von Dow Jones Newswires. Auch bei Commerzbank und Dresdner Bank ist es den Angestellten auf Grund der extremen Wetterlage freigestellt worden, frühzeitig Feierabend zu machen.
+++ Arbeitsagenturen schließen eher +++
[16.15] Die Arbeitsagenturen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben am Donnerstag wegen des schweren Sturms früher geschlossen als sonst. Bereits um 15.30 Uhr konnten die Mitarbeiter den Heimweg antreten, um nicht in Gefahr zu geraten, teilte die Behörde mit. Arbeitslose, die für den späten Nachmittag einen Einladung zu einem Termin bekommen hatten, brauchen keine Nachteile befürchten, sagte ein Sprecherin. Auch in Nordrhein-Westfalen müssen Arbeitssuchende, die wegen des Orkans ihre Termine bei der Arbeitsagentur nicht wahrnehmen können, keine Nachteile befürchten. Die Agenturen für Arbeit in NRW verzichteten am Donnerstag ausnahmsweise auf rechtliche Konsequenzen, teilte ein Sprecher in Düsseldorf mit.
+++ Extreme Unwetterwarnungen +++
[16.00] Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt wegen des verheerenden Sturms für die Mittelgebirge, Teile der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und das Saarland eine extreme Unwetterwarnung heraus. Für die anderen Regionen galt eine Unwetterwarnung. "Wir befinden uns in einer Größenordnung der Stürme 'Lothar' und 'Anatol'", sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche. Die beiden Stürme waren 1999 über Europa gezogen, damals kamen zahlreiche Menschen ums Leben.
+++ Sturm fegt mit Spitzen-Tempo 191 über Deutschland +++
[16.00] Am frühen Nachmittag erreichte der Sturm "Kyrill" Windgeschwindigkeiten von mehr als 190 Stundenkilometern: Auf dem 1142 Meter hohen Brocken im Harz wurden laut Wetterdienst Meteomedia Windgeschwindigkeiten von 191 Stundenkilometern gemessen. Diese könnten im Tagesverlauf bis auf 200 Kilometer pro Stunde zunehmen, sagte ein Mitarbeiter der Brockenwarte.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH