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18.01.2007
 

Nachrichtenüberblick

Das war der Orkan "Kyrill"

4. Teil: Gerichtsprozess in Würzburg, Warnung vor "Kyrill"-Tourismus, Autobahnen gesperrt: Lesen Sie, was vor 14.00 Uhr geschah

+++ Gerichtsprozess in Würzburg unterbrochen +++

[13.56] Der zweite Prozess gegen einen Ex-Manager wegen Raubmordes an einer Geschäftsfrau ist angesichts des bevorstehenden Orkans in Würzburg unterbrochen worden. Das Strafjustizzentrum in der unterfränkischen Domstadt wurde komplett geräumt. Alle Mitarbeiter wurden nach Hause geschickt. Das Verfahren gegen den 56-Jährigen soll am kommenden Dienstag fortgesetzt werden.

+++ Restaurant in schwankendem Fernsehturm bleibt geöffnet +++

[13.42] Der Sturm lässt das Drehrestaurant im 209 Meter hohen Dortmunder Florian-Turm merklich schwanken. Trotzdem bleibt das Restaurant geöffnet - auch wenn nach Angaben einer Angestellten heute noch kein Gast in das in gut 137 Meter Höhe gelegene Lokal gekommen ist. "Man gewöhnt sich an das Schwanken. Es ist ja nicht der erste Sturm", sagte die Kellnerin.

+++ Wasserschutzpolizei warnt vor "Kyrill"-Tourismus +++

[13.27] Die Wasserschutzpolizei in Schleswig-Holstein hat Schaulustige eindringlich davor gewarnt, in der Nacht auf Deichen und Sperrwerken die Naturgewalten des Orkans "Kyrill" hautnah erleben zu wollen. "Der Aufenthalt im Freien bei der zu erwartenden Wetterlage ist mit erheblichen persönlichen Gefahren verbunden", sagte Polizeisprecher Wolfgang Boe in Husum. Gleichzeitig forderte er Freizeitskipper und Bootseigner auf, zu überprüfen, ob ihre Schiffe sicher vertäut sind.

+++ Bahnstrecke gesperrt +++

[13.26] Wegen eines umgestürzten Baumes hat die Deutsche Bahn die Regionalbahnstrecke zwischen Boppard und Emmelshausen im Hunsrück gesperrt. Auch auf den waldreichen Strecken in der Westpfalz müsse mit der Einstellung des Zugverkehrs gerechnet werden, teilte ein Unternehmenssprecher in Frankfurt mit.

+++ Autobahn gesperrt +++

[13.02] Die Autobahn A 71 zwischen Gräfenroda und Ilmenau-West in Thüringen wurde bis zum Abflauen des Sturms voll gesperrt, wie der Lagedienst der Polizei mitteilt. Auf der Autobahn A 4 wurde die Höchstgeschwindigkeit zwischen Waltershausen und Wandersleben auf 60 Kilometer pro Stunde reduziert. In diesem Autobahnabschnitt ist am Morgen ein LKW-Anhänger umgekippt.

+++ Britisches Frachtschiff in Seenot +++

[12.45] Im Ärmelkanal ist zwischen England und Frankreich ein britisches Frachtschiff in Seenot geraten. Das Schiff mit insgesamt 26 Mann Besatzung an Bord droht nach Informationen der BBC vor der Küste von Cornwall zu sinken.

+++ Aufregung in Kita +++

[11.50] Anruf in der SPIEGEL-ONLINE-Redaktion: Die Kindertagesstätte im Eschelsweg in Hamburg-Altona wird wegen des Sturms geschlossen. Alle Kinder müssen bis 13.30 Uhr abgeholt werden. Nur noch das Kind einer SPIEGEL-ONLINE-Mitarbeiterin sitzt in der Betreuungsstätte, die anderen Eltern haben sofort reagiert.

+++ Erster Einsatz des Technischen Hilfswerks +++

[11.50] Das Technische Hilfswerk ist in seinem ersten "Kyrill"-Einsatz: Im Kreis Gießen errichten rund 30 THW-Leute einen sogenannten Quickdamm zum Hochwasserschutz, sagt Nicolas Hefner, der zurzeit in der THW-Operationszentrale ist.

+++ Ein Toter in Großbritannien +++

[11.49] Durch den Orkan "Kyrill" ist in Großbritannien ein Mensch ums Leben gekommen. Der 54-Jährige wurde in Bridgnorth in der nordwestenglischen Grafschaft Shropshire erschlagen, als ein Ast auf die Windschutzscheibe seines Autos stürzte, wie der örtliche Rettungsdienst mitteilt.

+++ Riesenansturm auf Wetterdienst-Homepage +++

[11.34] "Kyrill" hat einen Riesenansturm auf die Internet-Seite des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ausgelöst. Das Interesse an den aktuellen Unwetterwarnungen führe zu Verzögerungen, so dass es Minuten dauern könne, bis die Daten angezeigt werden, so ein DWD-Sprecher.

+++ Ostseefischer bleiben im Hafen +++

[11.26] Angesichts von Orkan "Kyrill" sind Schleswig- Holsteins Ostseefischer im Hafen geblieben. Für die Lübecker Bucht ist Wind der Stärke 9 aus Westen angekündigt, der in Böen Stärke 11 erreichen kann. "Bis zu einem gewissen Grad ist das für uns Alltag", sagte der Pressesprecher der für die gesamte Lübecker Bucht zuständigen Wasserschutzpolizei Lübeck-Travemünde, Jochen Haase.

+++ Helgoland hat Hochwasser überstanden +++

[11.24] Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland hat das Mittagshochwasser trotz des aufziehenden Orkans gut überstanden. "Der Wasserstand interessiert uns nicht - auch das Unterland ist bei der Wiederbesiedlung 1952 so hoch aufgeschüttet worden, dass niemand gefährdet ist", sagt Kurdirektor Christian Lackner. Auch vom erwarteten schweren Sturm blieb der rote Felsen bisher weitgehend verschont.

+++ Tempolimit bei der Deutschen Bahn +++

[11.16] Wegen der Orkangefahr hat die Deutsche Bahn das Höchsttempo ihrer Fernverkehrszüge auf Tempo 200 herabgesetzt. Nahverkehrszüge fahren nur noch maximal 140 Stundenkilometer, wie ein Bahnsprecher in Berlin auf Anfrage mitteilte. Normalerweise fahren die schnellsten Züge der Bahn Tempo 300, etwa auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken Köln - Frankfurt und München - Nürnberg. Außerdem wappnet sich die Bahn mit Reparaturzügen und Notfallplänen.

+++ Ministerium richtet "Führungsstab Katastrophenschutz" ein +++

[11.12] Schleswig-Holsteins Innenministerium richtet ein besonderes Einsatz-Lagezentrum ein: Unter der Führung von Katastrophenschutz-Experten koordinieren Polizei, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk und andere Organisationen ihre Einsatzkräfte, sagte ein Sprecher des ständigen Lagedienstes im Innenministerium.

+++ Berliner Kinder kriegen Schulfrei +++

[11.06] Berliner Kinder können wegen des Orkans entschuldigt der Schule fernbleiben. Eltern ist es freigestellt, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Schulrat Hans- Jürgen Pokall sagte, es läge in der "normalen Verantwortung" der Eltern zu entscheiden, ob ihr Kind zur Schule gehen könne.

+++ 34 Flüge in Frankfurt gestrichen +++

[10.42] Der Sturm sorgt bereits für ernsthafte Verzögerungen im Luftverkehr. Am Flughafen Frankfurt am Main mussten am Vormittag 34 Flüge storniert werden, wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport sagt. Bei ankommenden Maschinen komme es zudem zu Verspätungen bis zu einer Stunde.

+++ 40.000 Helfer vom Technischen Hilfswerk bereit +++

[9.29] Das Technische Hilfswerk (THW) steht wegen des heranziehenden Orkantiefs "Kyrill" mit Tausenden Mitarbeitern bereit. Der Präsident des THW, Albrecht Broemme, sagt auf dem Nachrichtensender N24: "Es sind Tausende von Helfern informiert, dass sie eventuell heute zum Einsatz kommen müssen. Wenn jetzt ganz Deutschland betroffen ist, dann kann das natürlich sehr heftig werden." Besonders kritisch seien natürlich Ballungsgebiete, weil dort die Schäden auch besonders groß sein könnten.

+++ Einschränkungen im Fährverkehr +++

[8.20] Das bevorstehende Orkan-Tief "Kyrill" hat schon am Morgen für Einschränkungen im Fährverkehr an der nordfriesischen Küste gesorgt. Wegen der drohenden Orkanböen von bis zu 140 Kilometern pro Stunde wird der Fährverkehr den gesamten Tag von und zu den Halligen Hooge und Langeneß eingestellt, berichtete die Wyker Dampfschiffs-Reederei.

fba/tim/jmk/dpa/AP/AFP/Reuters/sid

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