Hamburg – Waren die Warnungen des Wetterdienstes DWD übertrieben? Kachelmann sagte dem SPIEGEL, in der vergangenen Woche seien die Folgen des Orkans "Kyrill" – trotz der 11 deutschen Todesopfer – insgesamt weniger dramatisch gewesen als vom DWD angekündigt. Weder brachen Deiche an der Nordseeküste, noch trat eine große Sturmflut ein.
Meteomedia-Gründer Kachelmann hat "den Eindruck,dass der DWD überkompensiert, was er in der Vergangenheit verschlafen hat"; nach der Elbeflut 2002 hatte er den DWD wegen zu optimistischer Einschätzungen kritisiert. Bei "Kyrill" wurden Windgeschwindigkeiten von 100 bis 130 Stundenkilometern im Flachland gemessen.
Laut DWD müssen sich die Menschen im Norden Deutschlands bis Sonntagnacht erneut auf orkanartige Böen einstellen. Betroffen sei vorrangig Schleswig-Holstein, hieß es. Ob die Böen auch auf die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns übergreifen, sei noch nicht sicher. Das Sturmtief sei jedoch deutlich schwächer als das Orkantief "Kyrill".
In Ostdeutschland waren am Vormittag weiter über 10.000 Haushalte ohne Strom gewesen. Wie die zuständigen Energieunternehmen in Erfurt und Chemnitz mitteilten, konnten die Reparaturtrupps während der Nacht aber weitere Leitungen in Stand setzen, so dass die Zahl der Unversorgten kontinuierlich sank.
Nach Angaben der envia Mitteldeutsche Energie AG in Chemnitz konnte die Zahl der Kunden ohne Elektrizität in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt von 3500 am Freitagabend auf rund 2000 am Samstagvormittag verringert werden. Nach Angaben des Unternehmens waren in Brandenburg noch 800 Abnehmer, in Sachsen 1000 und in Sachsen-Anhalt noch 200 Kunden ohne Elektrizität. Die Störungen sollten im Laufe des Tage behoben werden.
Nach Angaben der E.on Thüringer Energie waren am Freitagabend noch 55 Orte in den höheren Lagen der Landkreise Sonneberg und Hildburghausen sowie rund 15 Gemeinden im Saale-Orla-Kreis und im Landkreis Rudolstadt-Saalfeld ohne Strom. Insgesamt handelte es sich um rund 10.000 Haushalte. Die Aufräumarbeiten konnten nach Angaben eines Sprechers aus Sicherheitsgründen erst in den Morgenstunden des Samstags fortgeführt werden. Das Unternehmen kündigte für den Samstagmittag einen neuen Lagebericht an.
itz/dpa/AP
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