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29.01.2007
 

Gedenkstätte

Holocaust-Mahnmal wird als öffentliche Toilette missbraucht

Vielen Besuchern des Holocaust-Mahnmals in Berlin scheint es an Ehrfurcht zu mangeln: Immer wieder pinkeln Touristen, Besucher und Passanten zwischen die Stelen. Bislang wurde diese Entwürdigung verschwiegen - absichtlich.

Berlin - Eine Randnotiz im Bericht des Kulturstaatsministers Bernd Neumann (CDU) an den Bundestags-Haushaltsausschuss macht es öffentlich: Zwischen den 2711 Stelen des Holocaust-Mahnmals auf dem 19.000 Quadratmeter großen Areal in Berlin wurde "massiv uriniert", heißt es da laut "Berliner Zeitung". Vor allem in den ersten Monaten nach der Eröffnung im Mai 2005 sei das Holocaust-Mahnmal, das an die während des Nationalsozialismus ermordeten Juden erinnern soll, von vielen Touristen, Besuchern und Passanten als Toilette missbraucht worden.

Holocaust-Mahnmal: Mangelndes Benehmen zwischen den Stelen
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DDP

Holocaust-Mahnmal: Mangelndes Benehmen zwischen den Stelen

Doch warum hat selbst die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas diese Entwürdigung bewusst verschwiegen? Das Problem sei seinerzeit nicht öffentlich gemacht worden, um zu verhindern, dass andere Besucher dem schlechten Beispiel folgen, sagte der Geschäftsführer der Stiftung, Uwe Neumärker, der "Berliner Zeitung". Deswegen habe die Stiftung das Urinieren am nationalen Erinnerungsort "nicht öffentlich problematisiert". Nach der Eröffnung der provisorischen Verkaufspavillons und der Toiletten habe sich das Problem "im und am Stelenfeld deutlich entschärft".

Während der Fußball-Weltmeisterschaft sei jedoch noch einmal vermehrt zwischen den Stelen uriniert worden, berichtete Neumärker. Er forderte, die provisorischen Holzpavillons neben dem Mahnmalsgelände nach 2008 durch feste Servicebauten mit Toiletten zu ersetzen. 2008 läuft die Genehmigung für die derzeitigen Holzbauten aus.

fba/ddp

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