Rom - Fast genau zwei Jahre nach seinem Tod soll am Sonntag das Wunder für die Seligsprechung des polnischen Papstes bekannt gegeben werden. Dies teilte jetzt der Postulator des Seligsprechungsprozesses, Slawomir Oder, mit. Den Angaben zufolge soll eine französische Ordensfrau auf wunderbare Weise geheilt worden sein, berichtete Radio Vatikan am Abend.
Der Seligsprechungsprozess sei "sehr schnell durchgeführt worden, aber dies bedeutet nicht, dass wir nicht gründlich gearbeitet haben", hieß es. Der Forderung von Kardinal Stanislaw Dziwisz, Johannes Paul ohne vorherige Seligsprechung gleich heiligzusprechen, erteilte Oder eine Absage: Die Etappen müssten eingehalten werden, man könne die Seligsprechung nicht überspringen, sagte er.
Am 2. April, dem zweiten Todestag von Karol Wojtyla, wird die sogenannte diözesane Phase des Prozesses abgeschlossen. Die Diözese Krakau, in der Johannes Paul II. früher Erzbischof war und lange gewirkt hatte, übergibt ihre gesammelten Akten für die Seligsprechung an die vatikanische Kongregation für die Selig- und Heiligsprechung. Zu einer feierlichen Messe in der römischen Basilika San Giovanni in Laterano werden zahlreiche Pilger aus der ganzen Welt erwartet.
Papst Benedikt XVI. hatte schon drei Monate nach dem Tod Johannes Pauls II. den Seligsprechungsprozess eingeleitet. Normalerweise sieht das Kirchenrecht vor, frühestens fünf Jahre nach dem Tod den Seligsprechungsprozess zu eröffnen. Viele Gläubige hatten nach dem Tod Johannes Pauls II. und bei seiner Beerdigung mit "santo subito"- Rufen auf dem Petersplatz in Rom die umgehende Heiligsprechung des von ihnen verehrten Papstes gefordert.
dab/dpa
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