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22.04.2007
 

South Carolina

Kampfjet stürzt bei Flugshow in Wohngebiet

Sie sind für ihre gewagten Flugmanöver bekannt: die Blue Angels, eine Kunstflugstaffel der US-Navy. Jetzt ist bei einer Flugshow einer der Kampfjets abgestürzt. Die Maschine krachte in ein Wohngebiet, der Pilot kam ums Leben.

Miami - Das tödliche Unglück hat sich am Ende einer Flugschau in Beaufort vor den Augen Tausender Zuschauer ereignet. Gestern stürzte der F-18-Hornet-Jet vom Flugteam Blue Angels in einer mit Bäumen bewachsenen Gegend nahe dem Stadtgebiet von Beaufort im US-Bundesstaat South Carolina ab. "Der Pilot wurde getötet", sagte eine Mitarbeiterin der Ermittlungsbehörden. Bei dem Unglück sei ansonsten niemand zu Schaden gekommen. Dagegen sagte der Bezirksleichenbeschauer, dass acht Menschen an der Absturzstelle verletzt worden seien.

Die Zeitung "Beaufort Gazette" berichtete, das Flugzeug habe einen großen Nadelbaum gestreift und sei kurz darauf in der Nähe einer Wohngegend abgestürzt. Ein Anwohner sagte demnach: "Wenn es 400 Meter weiter rechts abgestürzt wäre, wäre es auf die Straße gekracht."

Scott Houston, der der Flugschau von einem Boot aus zugesehen hatte, sagte CNN, er habe sechs Flugzeuge in einem Formationsflug gesehen. Plötzlich sei eines davon verschwunden. "Eine große Rauchwolke tauchte hinter den Bäumen auf", sagte der Augenzeuge weiter.

Laut CNN setzte die Maschine bei ihrem Absturz mehrere Häuser in Brand. Der Anwohner Raymond Voegeli fuhr gerade seine Auffahrt runter, als der Kampfjet durch eine Baumgruppe raste und brennende Trümmerteile auf seinen Truck fielen. "Ein großer Feuerball kam auf mich zu", sagte er. Teile des Wracks seien auf viele Häuser und Wohnbaracken gestürzt.

24 Piloten starben seit Gründung der Blue Angels

Wie die US-Marine heute mitteilte, war der getötete Pilot das zweite Jahr im Team der Blue Angels und trat erst seit diesem Jahr bei den Shows auf. Die Unglücksursache sei noch nicht geklärt, bis Ergebnisse einer Untersuchung veröffentlich werden, könne es noch mindestens drei Wochen dauern.

Die Blue Angels sind eine Formationsfluggruppe der US-Navy aus Pensacola im US-Bundesstaat Florida. Sie sind für ihre gewagten Kunststücke bekannt, und im vergangenen Jahr verfolgen 15 Millionen US-Bürger die Shows. Die Piloten gehören zu den besten in den Vereinigten Staaten. Sie müssen nach Angaben der Marine aktive Kampfpiloten sein und mindestens 1250 Flugstunden vorweisen können, um überhaupt in das Auswahlverfahren zu kommen. Beim niedrigsten Flugmanöver donnern die Maschine nur 18 Meter über den Erdboden hinweg.

Seit der Gründung der Kunstfluggruppe 1946 starben den Angaben zufolge 24 Piloten. Zuletzt war 1999 ein Flugzeug der Blue Angels in Georgia bei einem Übungsflug für eine Show abgestürzt.

abl/AFP/AP/dpa

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