São Paulo - "Aufregende und fröhliche Tage" versprach Papst Benedikt XVI. vom Balkon des Klosters São Bento aus den Zehntausenden, die ihm begeistert zujubelten. Heute wird er im Pacaembu-Stadion von São Paulo eine Botschaft an rund 40.000 Jugendliche richten.
Doch für Aufregung sorgte der 80-Jährige schon, bevor er überhaupt brasilianischen Boden betreten hatte. Während des Flugs hatte sich Benedikt scheinbar den Kirchenausschluss von katholischen Abgeordneten ausgesprochen, die in Mexiko für die Legalisierung der Abtreibung gestimmt haben. Er berief sich dabei auf das Kirchenrecht.
Die Regeln der römisch-katholischen Kirche schrieben vor, "dass das Töten eines unschuldigen Kindes unvereinbar mit der Kommunion ist". Wurzel der Pro-Abtreibungs-Gesetzgebung, so Benedikt, seien "Egoismus und Angst".
Papstsprecher Federico Lombardi relativierte jedoch noch während des Flugs: Der Pontifex habe offenbar aus der Frage eines Journalisten geschlossen, dass die mexikanischen Bischöfe bereits einen Kirchenausschluss von Abgeordneten beschlossen hätten. "Da die mexikanischen Bischöfe keine Exkommunikation erklärt haben, hat auch der Papst nicht die Absicht, dies zu tun", hieß es dann später in einer von Benedikt autorisierten Erklärung seines Sprechers. Allerdings sollten Politiker, die für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch stimmten, nicht an der Kommunion teilnehmen.
Am Flughafen von São Paulo wurde Benedikt XVI. von Präsident Luiz Inacio Lula da Silva empfangen. Das Besuchs-Programm sieht in den nächsten Tagen unter anderem ein weiteres Treffen mit Präsident Lula vor, zudem werden am Freitag eine Million Besucher zu einer Messe in der brasilianischen Wirtschaftsmetropole São Paulo erwartet. Während des Gottesdienstes will das Kirchenoberhaupt den brasilianischen Mönch Antonio de Sant'Anna Galvão, kurz Bruder Galvão, heilig sprechen.
pad/AP/AFP
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