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25.05.2007
 

Pfingst-Wochenende

Sturm über Berlin, Unwetter über halb Deutschland

Stromausfälle, Sturmschäden, Blitz und Donner: Der Start ins Pfingstwochenende fiel am Freitag in weiten Teilen Deutschlands ins Wasser. Züge standen still, eine Autobahn wurde überschwemmt, in Berlin rief die Feuerwehr den Ausnahmezustand aus.

Hamburg/Berlin - Schwere Unwetter haben am Freitagabend in weiten Teilen Deutschlands Schäden und erhebliche Verkehrsbehinderungen angerichtet. In mehreren Bundesländern wurden Starkregen, heftige Winde und Blitzeinschläge verzeichnet. In Thüringen waren rund 13.000 Haushalte zum Teil über Stunden von Stromausfällen betroffen. Die Berliner Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus, auch der Bahnverkehr wurde vielerorts beeinträchtigt.

In Berlin rief am Abend die Feuerwehr um 19.40 Uhr den Ausnahmezustand aus, das heißt, einige Freiwillige Wehren wurden zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr alarmiert. Bis gegen 21.00 Uhr hatten sie über 300 Einsätze zu bewältigen, hauptsächlich wegen umgestürzter Bäume, heruntergerissener Äste und vollgelaufener Keller. Von Verletzten war einem Sprecher zufolge nichts bekannt. Zwei Meldungen, wonach angeblich eine Person unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt sei, hätten sich als falscher Alarm erwiesen.

Das kräftige Gewitter stoppte am Abend im Olympiastadion auch das Training des 1. FC Nürnberg, der an diesem Samstag im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart antritt.

In Osnabrück setzte heute ein Wolkenbruch Straßen unter Wasser. Bei Rheine wurde die Autobahn A 30 vom Regen überschwemmt, wie die Polizei mitteilte. In Braunschweig kam es auf regennassen Straßen zu zahlreichen Unfällen.

Wie ein Sprecher von E.on in Erfurt mitteilte, fiel in Nord- und Ostthüringen in 73 Orten am Nachmittag und Abend der Strom aus. Vielfach habe es sich dabei um automatische Abschaltungen gehandelt, die durch Wind, Starkregen und Blitzeinschlag ausgelöst wurden. In den meisten Fällen war die Stromversorgung nach ein bis anderthalb Stunden wiederhergestellt. Im ostthüringischen Raum Gefäll waren allerdings die Straßen über Stunden unpassierbar, so dass die Reparaturtrupps zunächst nicht vor Ort gelangen konnten und die Betroffenen auch am Abend noch ohne Strom waren.

Auf dem Hauptbahnhof Hannover warteten hunderte Menschen zunächst vergeblich auf ihre Züge. Betroffen war der Fernverkehr auf der Hauptstrecke Ruhrgebiet-Hannover-Berlin, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Auch in mehrere Stellwerke der Bahn gab es Blitzeinschläge. Dadurch fielen auch auf mehrere Nah- und zwei Fernverkehrszüge zwischen Hannover und Bielefeld aus.

Auch auf Rügen war der Bahnverkehr vorübergehend lahm gelegt, es mussten Ersatzbusse eingesetzt werden. Nach Angaben des Bahnsprechers waren die Schäden aber in fast sämtlichen Fällen binnen etwa einer Stunde wieder behoben.

Bei einem kurzen Gewitter wurde schon am Vormittag am Hamburger Flughafen ein Arbeiter von einem Blitz verletzt. Der Blitz schlug in ein abgestelltes Flugzeug ein, an dem der Arbeiter beschäftigt war. Die Hamburger Feuerwehr verzeichnete insgesamt mehr als 30 Einsätze. Im Stadtteil Volksdorf setzte ein Blitzschlag den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in Brand. Das Feuer wurde schnell gelöscht, Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. In Schleswig-Holstein drückten die Wassermassen in den Orten Stockelsdorf und Bad Schwartau mehrere Gullydeckel aus den Straßen.

Das Unwetter sei von Nordrhein-Westfalen diagonal über die Mitte Deutschlands gezogen und dann über Nordbayern nach Tschechien abgewandert. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts waren Teile der Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen betroffen. Gewarnt wurde vor schweren Gewittern mit Starkregen um 30 Liter pro Quadratmeter und Stunde, Hagel über zwei Zentimeter und Sturmböen.

Über ganz Deutschland werden an Pfingsten Blitz und Donner wüten: Es gibt Dauerregen, Gewitter, Sturmböen. Klicken Sie hier für die detaillierte SPIEGEL-ONLINE-Prognose...

tno/AP/dpa/ddp

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