Pamplona - Ein 36 Jahre alter Australier wurde von einem der Tiere am Gesäß aufgespießt und musste im Krankenhaus notoperiert werden, wie die Rettungskräfte mitteilten. Für fünf weitere Teilnehmer endete das lebensgefährliche Spektakel ebenfalls im Hospital. Die rund zweieinhalb Minuten lange Hatz war auch deshalb so riskant, weil auf der Strecke wegen des Wochenendes großer Andrang herrschte. Die rund 2000 Läufer behinderten sich gegenseitig, viele von ihnen stolperten und stürzten.
Bei dem von Tierschützern kritisierten Spektakel werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen sechs Kampfstiere und sechs zahme Leitochsen durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt. Waghalsige junge Männer, die "mozos", laufen dabei vor den bis zu 600 Kilo schweren Kolossen her. Als einzige "Waffe", um diese von sich fern zu halten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt. Abends werden die Kampfstiere dann in der Arena von den "Toreros" getötet.
Das Rennen begann mit einigen Minuten Verspätung. Die Sicherheitskräfte mussten erst noch eine Reihe Betrunkener von den Straßen führen. Einwohner und Touristen aus aller Welt verfolgen alljährlich die Rennen über eine 800 Meter lange Strecke.
Seit 1924 sind bei den traditionellen Stiertreiben ("encierros") 14 Läufer ums Leben gekommen, zuletzt 2003 ein 62-jähriger Spanier. Das Spektakel ist der Höhepunkt des Volksfestes zu Ehren von Pamplonas Schutzpatron San Fermín. Es wurde durch Ernest Hemingways Roman "Fiesta" (1926) weltbekannt.
Eine Bronze-Büste vor der Arena erinnert an den amerikanischen Schriftsteller, überall in Pamplona gibt es Souvenirs mit seinem Bild zu kaufen. Zu den Stierrennen werden mehr als eine Million Besucher in der 250.000-Einwohner-Stadt erwartet.
flo/dpa/AP
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