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19.07.2007
 

Hamburg-Besuch

Tausende jubeln Dalai Lama zu

Er lächelte gewohnt gütig und leicht verschmitzt, trug schlupfende Plastik-Flips Flops an den Füßen: Der Dalai Lama, spiritueller Superstar, ist in Deutschland gelandet. Ein Besuch, an den Gläubige hohe Erwartungen knüpfen.

Hamburg - An Bord einer kleinen weißen Privatmaschine traf der 72-jährige Dalai Lama heute auf dem Hamburger Flughafen ein, trug sich bei dem anschließenden Empfang durch Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust ins Goldene Buch der Stadt ein.

Es ist das erste Mal, dass der Dalai Lama, der Hamburg zum vierten Mal besucht, dort wie ein Staatsgast empfangen wurde - was im Vorfeld des Besuchs zu diplomatischen Spannungen geführt hatte. Vor dem Rathaus jubelten Tausende Gläubige und Schaulustige dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter zu.

Der Dalai Lama nimmt bei seinem zehntägigen Besuch an einem Nonnenkongress teil und will Vorträge vor 30.000 Besuchern aus aller Welt im Tennisstadion der Hansestadt halten. Themen sind Globalisierung, Frieden und Buddhismus.

Für den Kongress wird vor allem die offizielle Bekanntgabe erwartet, dass fortan auch Frauen in die Führungsetage des tibetischen Buddhismus einziehen dürfen. Seine ersten Worte in Hamburg galten denn auch der Gleichberechtigung von Frauen. "Frauen spielen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft. Weiblichkeit ist ein Symbol von Mitgefühl", sagte der Friedensnobelpreisträger.

Als voll Ordinierte könnten künftig auch Nonnen religiöse Lehrämter besetzen. Bislang ist diese Möglichkeit allein Mönchen vorbehalten. "Wir wissen natürlich nicht genau, was er sagen wird, hoffen aber auf eine wegweisende Rede", betonte die Organisatorin des Kongresses, Carola Roloff.

Zur Lage in seiner Heimat Tibet sagte der Dalai Lama, der seit 1959 im indischen Exil lebt, es gebe keine Verbesserungen: "Es gibt keine religiöse Freiheit und es gibt Menschenrechtsverletzungen." Es setze jedoch weiter auf Verhandlungen mit den Chinesen, die Tibet seit 1950 kontrollieren.

"Ich bin sehr glücklich, wieder in Deutschland zu sein", sagte der Dalai Lama, der hierzulande höhere Wertschätzung genießt als der Papst. "Ich freue mich, all die Menschen zu treffen und mit ihnen meine Erfahrung zu teilen. Mir geht es gut."

pad/AP/dpa

Tibetischer Gottkönig, Friedensnobelpreisträger, spiritueller Superstar - wer ist der Mensch hinter dem Klischee des Dalai Lama? Lesen Sie mehr zum Thema in der Titelgeschichte des aktuellen SPIEGEL sowie in dem eben erschienenen Buch "Das Vermächtnis des Dalai Lama" von SPIEGEL-Reporter Erich Follath.

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