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24.07.2007
 

Ungarn

500 Tote nach Hitzewelle

Durchschnittstemperaturen von über 30 Grad, Spitzenwerte von mehr als 41 Grad: Die Ungarn leiden unter einer extremen Hitzewelle, binnen einer Woche starben 500 Menschen. Wetterchaos auch in anderen Teilen Europas: In Italien wüten Waldbrände, der Süden Englands versinkt im Hochwasser.

London/Rom/Budapest - Seit einer Woche leidet Ungarn unter der brütenden Hitze - 500 Menschen sind ihr in dieser Zeit bereits zum Opfer gefallen. Das teilte die Gesundheitsbehörde heute in Budapest unter Berufung auf regionale Statistiken mit. "Zwischen dem 15. und 22. Juli lag die Durchschnittstemperatur in den meisten Gebieten über 30 Grad Celsius", erklärte Chef-Mediziner Ferenc Falus. "Die Sterblichkeitsrate in Zentral-Ungarn stieg um 30 Prozent."

Durstiges Kind in Bukarest: Der heiße Sommer forderte in Rumänien bislang 27 Tote
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AP

Durstiges Kind in Bukarest: Der heiße Sommer forderte in Rumänien bislang 27 Tote

Auch in Rumänien kamen mindestens 27 Menschen ums Leben. Allein gestern forderten die hohen Temperaturen zwölf Tote. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich bei den Opfern meist um ältere Menschen, die auf offener Straße erschöpft zusammengebrachen. Rund 870 Personen erlitten Kreislaufzusammenbrüche und fast 19.000 riefen den Rettungsdienst, sagte Minister Eugen Nicolaescu.

In Großbrtiannien sorgen derweil die schwersten Überschwemmungen seit 60 Jahren weiter für chaotische Zustände. Im Gebiet um Gloucester, rund 200 Kilometer westlich von London, waren heute noch immer 350.000 Menschen durch Überschwemmungen von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten.

Die Wasserversorgung könne voraussichtlich erst in einer Woche wieder hergestellt werden, teilten die Behörden mit. Die Bewohner müssen nun bei Supermärkten für kostenloses Trinkwasser Schlange stehen oder sie erhalten eine Wasserration von einem der 900 Tanklaster, die die Regierung in das Katastrophengebiet entsandt hat.

Die Polizei teilte heute mit, dass ein 19-jähriger Mann vermisst werde. Er sei in der stark überfluteten Gemeinde Tewkesbury nach dem Verlassen einer Bar nicht mehr gesehen worden. Dort konnten Sanitäter auf Grund der Wassermassen auch nicht zu einer Schwangeren vordringen, die in den Wehen lag. Rettungshubschrauber der Streitkräfte bargen die Frau und ihre Zwillinge, die 21 Wochen zu früh zur Welt kamen. Beide Kinder verstarben im Krankenhaus.

Die Hochwasser-Schäden in Großbritannien könnten die Versicherer mehr als drei Milliarden Pfund (4,4 Milliarden Euro) kosten, teilte die Rating-Agentur Fitch in London mit.

In Mittel- und Süditalien entwickelten sich heute zahlreiche Waldbrände. Unter anderem wüteten Feuer in Castel Gandolfo, südlich von Rom, an der Amalfi-Küste bei Neapel und auch in Apulien und Sizilien. Auf der süditalienischen Halbinsel Gargano mussten Hunderte Touristen nach dem Ausbruch eines Waldbrandes in Sicherheit gebracht werden. 250 Badegäste wurden vom Strand weg von Rettungsbooten vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Hohe Temperaturen und starke Winde hatten die Ausbreitung der Feuer begünstigt. Auch in Mazedonien und Griechenland gab es Behördenangaben zufolge weitere Waldbrände.

jdl/AP/AFP

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