La Gomera/London - Auf der spanischen Urlaubsinsel Gran Canaria haben Brände innerhalb von 24 Stunden mehr als 2500 Hektar Wald zerstört. Im Zentrum der Insel rund um Tejeda waren nach Angaben der Behörden gestern rund 150 Feuerwehrleute und Soldaten sowie drei Hubschrauber im Einsatz, brachten das Feuer aber nicht unter Kontrolle. Die bis zu acht Meter hohen Flammen breiteten sich schnell aus. Ein Mann wurde unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen.
Auf der Insel La Gomera, die wie Gran Canaria zu den Kanaren gehört, bedrohten die Flammen den Nationalpark Garajonay. Der Park gehört wegen seiner einzigartigen Pflanzenwelt zum Unesco-Welterbe.
Rund 150 Hektar Wald wurden zerstört und zwei Ortschaften mit rund hundert Einwohnern vorübergehend evakuiert. Wegen des starken Windes habe sich eine etwa 1,5 Kilometer breite Feuerfront gebildet. Die Lufttemperaturen liegen bei rund 40 Grad.
Feuer in Griechenland und Italien
In Griechenland loderten auch gestern noch Hunderte Brände, Tausende Hektar Waldfläche wurden vernichtet. Feuerwehrleute, Soldaten und Freiwillige versuchten, die Flammen im westlichen Mazedonien, in Florina und Kastoria aufzuhalten. Zwei neue Feuer brachen in der Nähe von Kastoria aus, ein weiteres in Agia Marina, nicht weit von der Hauptstadt Athen entfernt.
Leicht entspannt hat sich die Lage im Kampf gegen eine verheerende 40 Kilometer lange Feuerfront entlang der nördlichen Küstenlinie des Peloponnes. Die Flammen, die in den vergangenen Tagen rund hundert Häuser zerstört hatten, konnten nach Angaben der Einsatzkräfte eingedämmt werden. Dutzende Dörfer waren zuvor evakuiert worden. Vier ältere Menschen, die sich geweigert hatten, ihre Häuser zu verlassen, starben. Die Polizei nahm einen 26-jährigen Mann wegen des Verdachts der Brandstiftung fest. Seit Anfang Juni kamen fünf Feuerwehrmänner im Einsatz gegen die Flammen ums Leben.
Die Lage an der Waldbrand-Front im Süden Italiens hat sich weiter entspannt. Allerdings wurden bei einem Feuer in der Nähe von Caserta erneut Löschhubschrauber eingesetzt, ein weiteres größeres Feuer in Kalabrien versucht die Feuerwehr ebenfalls aus der Luft unter Kontrolle zu bringen. Regen und Abkühlung ist dagegen lediglich im Norden in Sicht, ansonsten sollen die Temperatur auch in den nächsten Tagen weit über 30 Grad steigen.
Keine neuen Überschwemmungen in England
In den Flutgebieten in England gibt es noch keine Entwarnung. Zwar fielen die angekündigten Regenfälle nicht so stark aus wie befürchtet, aufatmen können die betroffenen Anwohner aber noch nicht. Noch immer stehen weite Teile von Südwest- und Zentralengland unter Wasser. Ein Experte sagte der BBC, in den kommenden Tagen solle es weitgehend trocken bleiben.
Rettungskräfte und das Militär hatten in der Nacht neue Flutbarrieren aufgebaut, weil ausgiebiger und starker Regen vorausgesagt worden war. "Es war aber längst nicht so schlimm wie angekündigt, und es hat keine weiteren Überschwemmungen gegeben", sagte ein Sprecher der Polizei in Gloucestershire.
Die Polizei warnte jedoch vor unnötigen Fahrten mit dem Auto. "Wir wollen die ohnehin stark belasteten Rettungskräfte nicht für Autofahrer einsetzen müssen, die irgendwo wegen des Hochwassers nicht mehr weiterkommen", sagte Polizeisprecher Tim Brain. Obwohl das Flutwasser vielerorts inzwischen abgeflossen ist, seien die Straßen noch nicht ohne weiteres befahrbar.
Dritter Toter in den Fluten entdeckt
Die Fluten haben allerdings inzwischen ein drittes Menschenleben gefordert. Auf der Suche nach einem vermissten 19-Jährigen aus der westenglischen Stadt Tewkesbury sei gestern eine Leiche in einem überschwemmten Feld gefunden worden, teilte die Polizei der Grafschaft Gloucestershire mit. Der junge Mann wurde seit einer Woche vermisst. Bei den verheerenden Überschwemmungen kamen bereits zwei Männer um, als sie Wasser aus einem Keller in einem Rugby-Club pumpen wollten.
Südwest- und Zentralengland hatte vor einer Woche die schlimmste Flut seit 60 Jahren getroffen. 15.000 Häuser sind durch die Wassermassen beschädigt worden, berichtete die BBC unter Berufung auf Versicherer. Der Gesamtschaden könne bis zu fünf Milliarden Pfund (7,5 Milliarden Euro) betragen. Mehr als 130.000 Haushalte sind in der am schlimmsten getroffenen Region Gloucestershire immer noch ohne Wasserversorgung.
Die Polizei kündigte drakonische Strafen für Vandalen an, die die aufgestellten Wassertanks beschädigten. In einige Tanks hatten Menschen uriniert. Zudem warnten Experten vor einer Rattenplage; die Tiere könnten aus der Kanalisation geschwemmt werden und Krankheiten übertragen.
ffr/AFP/dpa
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