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01.08.2007
 

Flammenhölle im Ferienparadies

Urlauber trotzen Katastrophe auf den Kanaren

Schwere Waldbrände wüten seit Tagen, Helfer kämpfen bis zur Erschöpfung gegen die Flammen. Doch die Deutschen schreckt das nicht: Sie fliegen weiter in Scharen auf die Kanaren.

Las Palmas/Santa Cruz - Führende deutsche Reiseveranstalter verzeichnen bislang keinen Buchungsrückgang für die kanarischen Inseln. Auch Umbuchungs- oder Stornierungswünsche von Touristen, die kurz vor der Abreise zum Beispiel nach Teneriffa oder Gran Canaria standen, gab es bis heute kaum, hieß es.

Familie nach Rückkehr in ausgebranntes Haus: 9000 Menschen in Notunterkünften
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AFP

Familie nach Rückkehr in ausgebranntes Haus: 9000 Menschen in Notunterkünften

"Die meisten Anrufe in unseren Call-Centern sind Informationsanfragen: Wie sieht es mit meinem Hotel in meinem Urlaubsgebiet aus?", sagte Anja Braun vom Branchenprimus TUI. Bislang seien aber keine TUI-Kunden betroffen.

"Die Brände und Evakuierungen fanden ja vor allem in den Bergdörfern statt, unsere Gäste sind dagegen in den Küstengebieten", sagte Braun. Bislang habe es auch keine Leistungseinschränkungen gegeben.

Ähnlich ist die Lage bei der Thomas Cook Group: "In den Regionen, die wir anbieten, gibt es keine Einschränkungen", sagte Sprecherin Nina Kreke. Allenfalls werde das Ausflugsprogramm am Ort geringfügig geändert. Belästigungen durch Rauch seien nicht gemeldet worden. Bei Last-Minute-Reisen gibt es laut Kreke ebenfalls keinen Buchungsrückgang für die Inselgruppe im Atlantik.

Auch der Last-Minute-Spezialist L'Tur sieht laut Vorstandsmitglied Markus Faller weiterhin eine Nachfrage für die Kanaren: "Die Urlaubsgebiete sind ja weitgehend verschont geblieben." Es gebe einen Dauerkontakt zur örtlichen Reiseleitung. "Die Lage ist ruhig und unaufgeregt", sagte Faller.

Auf den Inseln ist derweil die ungewöhnliche Hitzewelle mit Temperaturen von stellenweise über 40 Grad merklich abgeflaut. Für heute erwarten Meteorologen nur noch Höchstwerte von 30 Grad. Für die Feuerwehrleute sind die niedrigeren Temperaturen ein wertvoller Helfer im Kampf gegen die Flammen.

Auf Gran Canaria konnten die Löschmannschaften ein weiteres Ausbreiten der Feuer verhindern, die Brände sind unter Kontrolle. Mehrere tausend Menschen, die die Flucht ergriffen hatten, konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. In dieser Nacht waren noch 9000 Personen in Notunterkünften untergebracht. In der Nacht zuvor waren es 14.000.

Die Lage habe sich stabilisiert, berichtete der staatliche spanische Rundfunk RNE heute. Auf Gran Canaria verwüsteten die Brände in den vergangenen Tagen rund 20.000 Hektar Land.

Auf der Ferieninsel Teneriffa hingegen kämpfen weiter Hunderte Feuerwehrleute gegen die Brände. Nach Behördenangaben wüteten die Flammen auf einer Gesamtfläche von 14.000 Hektar im Norden der Insel, die zum Archipel der Kanarischen Inseln gehört. Rund 9000 Menschen brachten sich seit dem Ausbruch der Brände am Montag in Sicherheit.

Die Helfer konnten aber verhindern, dass die Flammen auf das Orotava-Tal übergreifen, das als ökologisch wertvoll gilt. Die Behörden rechnen laut einer Sprecherin mit einer "bedeutenden Verbesserung" der Lage im Laufe des Tages, vor allem wegen des nachlassenden Windes. Zur Eindämmung der Brände sind 900 Feuerwehrleute sowie fünf Hubschrauber und zwei Löschflugzeuge im Einsatz.

Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero wird heute auf Teneriffa erwartet, wo er sich ein Bild von der Lage machen will. Die Flammen vernichteten auf Gran Canaria und Teneriffa insgesamt 35.000 Hektar Wald- und Buschland. Dies entspricht nach Angaben der Zeitung "El País" einem Drittel der gesamten Waldbestände auf den beiden Inseln.

jdl/ffr/dpa/AFP

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