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21.08.2007
 

Karibik

Monster-Hurrikan Dean tobt über Yucatán

Auf seinem Weg durch die Karibik hat Hurrikan Dean mit einer Wucht von 260 Stundenkilometern jetzt die mexikanische Halbinsel Yucatán erreicht. Während die Mehrzahl der Touristen in Sicherheit gebracht werden konnte, sind die Einwohner dem Sturm schutzlos ausgeliefert.

Tulum/Mexiko - Mit all seiner zerstörerischen Kraft ist Hurrikan "Dean" auf die Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán geprallt. Wie das Nationale Hurrikanzentrum der USA mitteilte, traf das Zentrum des Sturms in den frühen Morgenstunden mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Stundenkilometern und Böen von mehr als 300 Stundenkilometern auf die Küste des Bundesstaats Quintana Roo.

Über Yucatán schwächte sich Dean etwas ab und wurde vom US-Hurrikan-Zentrum von der höchsten Kategorie fünf auf drei zurückgestuft, erreichte aber immer noch Spitzengeschwindigkeiten von 200 Stundenkilometern.

Tausende Urlauber waren bereits in den vergangenen Tagen vor dem heranrückenden Sturm geflüchtet. Am stärksten gefährdet sind die Maya-Indianer Yucatáns, die in kleinen Siedlungen zumeist in Holzhütten leben. Meteorologen rechnen mit einer vier bis sechs Meter hohen Sturmflut und heftigen Regenfällen, die im Tiefland der Halbinsel voraussichtlich zu schweren Überschwemmungen führen werden.

Der mexikanische Präsident Felipe Calderón, der zur Zeit beim Dreiergipfel in Kanada seinen US-Kollegen George W. Bush und den kanadischen Ministerpräsidenten Stephen Harper trifft, kündigte an, seinen Besuch vorzeitig beenden zu wollen.

Die Sturmwarnung für Yucatán erstreckte sich über die gesamte Ostküste der Halbinsel, von Cancún im Norden bis Belize sowie auf Teile der Westküste. Tausende von Touristen in den Ferienzentren von Yucatán ergriffen die Flucht.

Auf dem Weg von Jamaika und den Cayman-Inseln verstärkte sich noch die Wucht des bedrohlichen Frontensystems, so dass der Hurrikan die höchste Kategorie 5 erreichte, die bei 249 Kilometern in der Stunde beginnt. Zwölf Menschen sollen nach ersten Berichten bislang durch den Hurrikan gestorben sein.

Die staatliche Ölgesellschaft PeMex brachte mehr als 18.000 Arbeiter im Sicherheit. Evakuiert wurden unter anderem die Förderanlagen im Ölfeld Cantarell. In Belize wurden die Ferienorte Caye Caulker und Ambergris Caye evakuiert. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, die tief gelegenen Küstenregionen zu verlassen. Drei Krankenhäuser in der Stadt Belize wurden geräumt und nach Belmopan gebracht - diese Stadt wurde nach dem schweren Hurrikan "Hattie" im Jahr 1961 gegründet.

Bürgermeisterin Zenaida Moya rief alle 50.000 Bewohner der Stadt Belize auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die Stadt habe nicht genug Schutzräume, um dem Hurrikan zu widerstehen.

Es wird erwartet, dass "Dean" auf seinem weiteren Weg nach Westen in den Golf von Campeche gelangt. Auch im US-Staat Texas wurden Vorkehrungen für eine mögliche Ankunft des Hurrikans getroffen. Auf der Ferieninsel South Padre wurden Sandsäcke ausgegeben. "Unsere Aufgabe ist sehr einfach", sagte der Leiter der Katastrophenschutzbehörde im Bezirk Cameron, Johnny Cavazos. "Wir müssen die Leute aus der Kill-Zone herausbekommen."

Der bislang schwerste Hurrikan in Lateinamerika war 1998 der Wirbelsturm "Mitch". Damals kamen rund 11.000 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen in Honduras und Nicaragua.

pad/AP/AFP

Orkan, Hurrikan, Zyklon und Taifun

AFP/ NOAA
Orkan, Hurrikan, Zyklon und Taifun sind im Grunde das gleiche Wetterphänomen. Bei allen vieren handelt es sich um Wirbelstürme, die entstehen, wenn sich um ein großes Tiefdruckgebiet ein Sturmfeld bildet. Je nach Stärke und Größe kann es erhebliche Verwüstungen anrichten.

Ein Orkan entsteht, wenn kalte Luft vom Nordpol auf warme Luft aus dem Süden trifft. An der Grenze, der sogenannten Polarfront, ziehen die Luftmassen aneinander vorbei. Dabei können Drehbewegungen entstehen, in deren Zentrum der Luftdruck stark abfällt und Tiefdruckwirbel mit starken Winden ausgelöst werden.

Tropische Wirbelstürme entstehen dagegen über aufgeheizten Wassermassen im Ozean. Die aufsteigende Luft erzeugt einen Unterdruck, der Luft aus der Umgebung ansaugt. Dieser Kamineffekt wird durch das warme Wasser weiter befeuert. Die Luftmassen werden durch die sogenannte Corioliskraft, die aus der Erdrotation entsteht, in Drehung versetzt.

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