Samstag, 21. November 2009

Panorama



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29.08.2007
 

Folgen der Brände

EU warnt vor Flutkatastrophe am Mittelmeer

Nichts wünschen sich die Menschen in Griechenland mehr als Regen - aber nach den verheerenden Waldbränden warnt die EU vor Überschwemmungen. Auf dem Peloponnes wüten die Brände weiter. Anlass zur Hoffnung gibt es dennoch: Es ist endlich windstill.

Berlin/Athen - Nach den Waldbränden in Griechenland und Italien befürchtet die Europäische Union eine Flutkatastrophe: Bei Regenfällen drohten Überschwemmungen, weil der verbrannte Boden so trocken sei, dass das Regenwasser nicht versickern könne, sagte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas der "Welt". "Alle Seiten sollten auf diesen Fall vorbereitet sein." Außerdem seien Waldbrände eine schwere Belastung für das Klima. "Neben dem Verlust riesiger Waldgebiete werden große Mengen an schädlichem CO2 ausgestoßen."

Für Brandstifter, die auch in Griechenland und Italien für einen Großteil der Feuer verantwortlich gemacht werden, forderte Dimas generell harte Strafen: "Brandstifter sind hinterhältige Verbrecher, die mit aller Härte bestraft werden müssen."

Die betroffenen Staaten müssten "schnellstmöglich" mit der Wiederaufforstung beginnen. Je nach Höhe der Schäden könnte die EU den Wiederaufbau finanziell unterstützen, betonte der Kommissar. Dimas sprach sich dafür aus, die Rolle der EU bei der Feuerbekämpfung zu stärken: "Ständige Schnellreaktionskräfte könnten mit Flugzeugen zur Feuerbekämpfung ausgestattet werden." Insgesamt seien die Kosten der Waldbrände höher als allgemein angenommen. Dabei gehe es nicht nur um den wirtschaftlichen Schaden, sondern auch um die langfristigen sozialen Konsequenzen. "Vielen Bauern ist die Existenz unter den Füßen weggebrannt", sagte der Kommissar. Das führe zu Arbeitslosigkeit und dem Verlust fest gefügter sozialer Strukturen.

Unterdessen haben die Waldbrände in der Nacht weiter an Gewalt verloren. Wie die Feuerwehr am frühen Morgen erklärte, gab es noch Brände in 25 Regionen der Halbinsel Peloponnes und auf der Insel Euböa. Am Vortag brannte es noch in 36 Bezirken. "Es ist endlich windstill. Wir warten auf das erste Tageslicht und die Maschinen", sagte der Bürgermeister der Ortschaft Fisoa auf dem gebirgigen Hinterland im Osten von Olympia.

Optimistisch sind auch Feuerwehrleute, dass bis zum Abend alle Brände unter Kontrolle gebracht werden könnten.

Seit Ausbruch der Brände vor knapp sechs Tagen sind in Griechenland 64 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 184 000 Hektar Land - eine Fläche doppelt so groß wie Berlin - wurden dabei zerstört.

HINTERGRUND: WALDBRÄNDE DER VERGANGENEN ZWEI JAHRE

August: Albanien, Bulgarien, Griechenland, Italien und Mazedonien kämpfen mit zahlreichen Bränden und bitten die Europäische Union (EU) um Unterstützung.

Juli 2007: Bulgarien ersucht Nato, EU und Russland, Flugzeuge zur Bekämpfung von Hunderten Buschfeuern bereitzustellen. Auch in anderen Ländern kommt es zu verheerenden Bränden, unter anderem auf den Kanaren, in Italien und Griechenland.
anr/Reuters/AFP/dpa

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