Kopenhagen - Die dramatische Notlandung eines Passagierflugzeuges der skandinavischen Fluglinie SAS ist am Sonntag im dänischen Aalborg für die 73 Menschen an Bord glimpflich ausgegangen. Wie die Polizei mitteilte, mussten elf Passagiere mit größtenteils leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.
Unmittelbar nach dem Aufsetzen der Propellermaschine vom Typ "De Havilland Q400" brach das rechte Fahrwerk. Das Triebwerk am rechten Flügel wurde in Brand gesetzt. Nach Augenzeugenberichten bohrte sich ein Propeller in die Fahrgastkabine, ohne dass Insassen dabei verletzt wurden.
Die Maschine war am Nachmittag von Kopenhagen aus im Landeanflug auf Aalborg, als der Kapitän über Funk Probleme mit dem Fahrwerk meldete. Für die danach angeordnete "kontrollierte Sicherheitslandung" wurde Großalarm ausgelöst. Als das völlig unkontrolliert von der Landebahn gleitende Flugzeug zum Stillstand gekommen sei, habe man gleichzeitig mit dem Löschen des Brandes weniger als fünf Minuten für die Evakuierung benötigt, berichtete Einsatzleiter Peter Reinau.
Die Fluggesellschaft SAS wollte sich über die Ursache für das Unglück bislang nicht äußern. Sie korrigierte erste Angaben über die Zahl der Betroffenen und gab an, dass 69 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder an Bord waren.
Notlandung auch in Stuttgart
Eine Maschine der Fluggesellschaft Tuifly mit 119 Menschen an Bord ist gestern Abend auf dem Flug von Stuttgart nach Palermo wegen eines defekten Reifens umgekehrt. Das Flugzeug sei um kurz nach 21 Uhr sicher auf dem Stuttgarter Flughafen notgelandet, schreiben die "Stuttgarter Nachrichten". Die Maschine war zurückbeordert worden, weil auf der Startbahn in Stuttgart Reifenteile lagen. Für die 114 Passagiere und die Besatzung habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, zitiert die Zeitung die Fluggesellschaft.
Die Nachricht erreichte die fünfköpfige Besatzung, als der Jet bereits kurz vor Rom war. "In so einem Fall ziehen wir es vor, im eigenen Land zu landen", sagte Tuifly-Sprecher Herbert Euler dem Blatt. In Stuttgart stand ein Großaufgebot an Rettungskräften bereit.
Die Maschine vom Typ B 737 wurde zunächst im Tiefflug über das Flughafengelände gesteuert. Die Fluglotsen im Tower konnten mit dem Fernglas keine Schäden an der Maschine entdecken. Nach der Landung bestätigte sich jedoch, dass an einem der vier Reifen des Hauptfahrwerks die Reifendecke fehlte. Die Fluggäste starteten fast vier Stunden nach ihrem ersten Aufbruch mit einer anderen Maschine erneut nach Palermo.
phw/dpa
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