Hamburg/Hannover - Vor allem im Süden und im Südosten Niedersachsens sowie in Sachsen-Anhalt traten nach schweren Regenfällen Bäche und Flüsse über die Ufer, zahlreiche Straßen waren unpassierbar, Häuser wurden beschädigt. Die Innerste-Talsperre im Harz lief über. Bei Verkehrsunfällen infolge der starken Niederschläge starben in der Saale-Unstrut-Region in Sachsen-Anhalt drei Menschen. Dort hatte es an einem Tag so viel geregnet wie sonst im ganzen September.
Durch die Deichbrüche an der Innerste im Kreis Hildesheim drohten am Nachmittag die Bad Salzdetfurther Ortsteile Hockeln und Klein-Düngen überschwemmt zu werden. "Derzeit werden Evakuierungen überlegt", berichtete Rüdiger Grabsch vom Einsatzstab. Davon wären mehrere hundert Einwohner betroffen. Etwa 700 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren an den kritischen Stellen im Einsatz. Die Innerste führte extremes Hochwasser, der Pegelstand bei Hildesheim erreichte mit 6,75 Metern die höchste Marke seit Beginn der Aufzeichnungen. In Holle im Kreis Hildesheim versuchten Einsatzkräfte, mit Sandsäcken den Innerste-Deich zu stabilisieren.
Die Talsperren im Harz sind randvoll gefüllt; die Innerste-Talsperre lief sogar über. Dort floss deutlich mehr Wasser hinein, als abgelassen werden konnte. "Wir haben sehr, sehr viel Wasser im Harz", sagte Feuerwehr-Sprecher Sämann. Im Kreis Goslar konnten viele Straßen nicht befahren werden.
Auch in Hessen, Thüringen, Schleswig-Holstein und Hamburg waren Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz, um vollgelaufene Keller leerzupumpen und Straßen zu sichern. Spitzenreiter bei den Niederschlagswerten war Annarode im Südharz. Dort wurden nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia innerhalb von 24 Stunden 83 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. In Ilsenburg im Ostharz waren es 79 Liter.
pad/dpa
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