Amberg - "Der Mann ist sich absolut sicher, dass es ein Krokodil war", sagte ein Amberger Polizeisprecher heute. Der Angler habe den Rücken des Tieres deutlich gesehen, als es auf ihn zugeschwommen sei. Seinen Angaben zufolge ist es etwa zwei Meter lang. Als der Angler am Ufer erschrocken aufgestanden sei, habe das Krokodil abgedreht und beim Wegschwimmen kräftig mit dem Schwanz auf die Wasseroberfläche gepeitscht. Der Zeuge, ein 36-jähriger Versicherungskaufmann, wirke sehr integer, sei immer noch geschockt und werde von der Polizei sehr ernst genommen.
Nach Angaben des Polizeisprechers hat sich inzwischen auch eine weitere Zeugin gemeldet, die das Krokodil bereits vor zwei Wochen beobachtet haben will. "Die Frau ist sich sicher, den Rücken eines Krokodils gesehen zu haben", sagte der Sprecher. Sie habe sich zunächst nicht gemeldet, aus Angst, dass ihr doch niemand glauben würde. Polizei, Feuerwehr und Wasserwacht suchten mit 40 Mann das weitläufige ehemalige Betriebsgelände ab. Mehrere frühere Kiesgruben bilden hier eine Seenlandschaft mit etwa zehn benachbarten Gewässern. Doch auch aus einem Hubschrauber habe kein Krokodil entdeckt werden können, berichtete der Polizeisprecher.
"Wenn es wirklich ein Krokodil ist, vermuten wir, dass es illegal gehalten und dann ausgesetzt wurde", sagte der Sprecher. In der Gegend um Schwarzenfeld gebe es keine zoologischen Gärten, aus denen ein Krokodil entkommen sein könnte. Er riet der Bevölkerung, die Kiesweiher besonders in der Dämmerung zu meiden.
Die Behörden haben noch nicht entschieden, ob die Suche in den
kommenden Tagen fortgesetzt werden soll. Amtstierärzte sollen zudem klären, ob ein Krokodil bei den Herbsttemperaturen in Bayern überhaupt in einem See überleben kann.
kai/AP/dpa
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