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18.11.2007
 

Köln

Polizei verhindert Amoklauf - Schüler begeht Selbstmord

Das Georg-Büchner-Gymnasium im Kölner Stadtteil Weiden ist nur knapp einer Tragödie entgangen: Die Polizei verhinderte einen Amoklauf, den zwei Schüler geplant hatten. Einer nahm sich daraufhin das Leben, der zweite wurde festgenommen.

Köln – Die Bluttat war für Dienstag geplant – dem Jahrestag der Tragödie von Emsdetten, bei der im vergangenen Jahr ein 18-jähriger Amokläufer erst 37 Menschen verletzt und dann sich selbst erschossen hatte. Zwei Schüler, 17 und 18 Jahre alt, wollten am Georg-Büchner-Gymnasium im Kölner Stadtteil Weiden eine ähnliche Tat begehen. Das teilte die Kölner Polizei heute mit.

Sichergestellte Waffen der beiden Schüler: Die Motive sind unklar
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DPA

Sichergestellte Waffen der beiden Schüler: Die Motive sind unklar

Sie hätten Menschen verletzen und umbringen und sich dann selbst das Leben nehmen wollen, habe der geständige 18-Jährige der Polizei gestanden, teilte der Leiter der Direktion Kriminalität, Norbert Wagner, am Sonntagabend mit.

Der 17 Jahre alte Mitverschwörer hatte sich bereits am Freitag das Leben genommen, wie heute erst bekannt wurde. Nachdem er von den Ermittlungen der Polizei erfahren hatte, warf er sich vor eine Straßenbahn. Wenig später starb er im Krankenhaus.

Mitschüler waren auf der Internet-Seite des 17-Jährigen auf Fotos des Massakers an der Columbine-Highschool in den USA von 1999 gestoßen. Daraufhin kam es den Angaben zufolge am Freitag zu einem Gespräch zwischen dem Schüler, der Schulleitung und der Polizei.

Der 17-Jährige habe dabei als Grund Protest gegen solche Taten genannt. In einem Gespräch mit der Polizei habe er Einsicht gezeigt, dass genau dies solche Attentate befördere, und sich einverstanden erklärt, die Bilder wieder von der Seite zu nehmen.

Unmittelbar danach habe sich der Jugendliche, der als unauffällig und ruhig beschrieben wurde, auf dem Weg nach Hause vor eine Straßenbahn geworfen, um sich zu töten. Die Ermittlungen der Polizei führten dann zu dem 18-jährigen tatverdächtigen Freund des Toten.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung stießen Beamte auf Softair-Pistolen und zwei Armbrustwaffen sowie auf eine Liste mit Namen von Lehrern und Schülern. Der 18 Jahre alte mutmaßliche Komplize hatte den Angaben zufolge Probleme in der Schule und sei zudem gemobbt worden.

Amokdrohungen auch in anderen Städten

Drohungen mit Amoktaten haben sich in den vergangenen Tagen gehäuft. Die Polizei in Gütersloh hatte am Freitag mitgeteilt, dass eine 16-jährige Schülerin einer Gesamtschule nach eigener Aussage in einem Schüler-Chatroom eine Drohung gegen ihre Schule gelesen und die Polizei informiert hatte. Am Donnerstag wurde aus Angst vor einem Amoklauf eine Schule in Mainz geschlossen, nachdem eine entsprechende Ankündigung im Internet verbreitet worden war.

Auch im niedersächsischen Syke bei Bremen ermittelte die Polizei, nachdem am Donnerstagmorgen in der Berufsbildenden Schule des Ortes an einer Toilettenwand zu lesen war: "Ich mache am 20.11. einen Amoklauf". Die Polizei kam nach ihren Ermittlungen zum Schluss, aus der Ankündigung ergebe sich kein erhöhtes Gefahrenpotential.

In Finnland hatte sich am 7. November ein Amoklauf ereignet. Ein 18-jähriger Schüler erschoss acht Menschen und sich selbst. Er galt als Außenseiter und Einzelgänger, der in der Schule schikaniert wurde. Die Ermittler glauben, dass der Täter die Pläne für seinen Amoklauf auf der Internet-Plattform YouTube angekündigt hatte.

yas/AP/AFP/Reuters/dpa/ddp

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