Hamburg - "So viele Ereignisse gab es noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen", sagt Thomas Sävert, Meteorologe in der Unwetterzentrale von Meteomedia. Sävert verweist auf Zahlen der Münchner Rückversicherung, die insgesamt 950 Naturkatastrophen registriert hat. Markantestes und folgenschwerstes Ereignis in Europa war der Orkan "Kyrill". Er wütete vor allem in England, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und in Deutschland, zahlreiche Menschen kamen ums Leben. Kyrill richtete Schäden in Milliardenhöhe an.
Das Jahr begann stürmisch. Am 11. Januar bescherte das Orkantief "Franz" auch dem Flachland starke Böen. In Hamburg wütete eine schwere Sturmflut. Der April 2007 wurde in Deutschland vielerorts der trockenste, sonnigste und wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Darauf folgte ein durchwachsener Sommer mit zahlreichen Unwettern. Am 26. und 27. Juni löste ein Sturmtief an der Nordseeküste eine leichte Sommersturmflut aus.
Weltweit blieben große Naturkatastrophen wie die Hurrikans "Katrina" und "Rita" im Jahre 2005 zwar aus, dennoch stiegen die Schadenssummen deutlich an. Große Wald- und Buschbrände wüteten im August rund um das Mittelmeer. Betroffen waren vor allem Süditalien und Griechenland, wo weite Flächen in Flammen standen. Im Oktober brannten riesige Gebiete im Süden des US-Staates Kalifornien, in dem der Notstand ausgerufen wurde. Tausende Menschen verloren ihre Häuser.
Mehr als 60 Tornados in Deutschland
In Deutschland wurden 2007 nach Angaben von Sävert mehr als 60 Tornados beobachtet. Drei davon richteten während des Orkans "Kyrill" enorme Schäden in Sachsen-Anhalt und Brandenburg an. Etwa die Hälfte der bisher bestätigten Fälle waren Tornados über Nord- und Ostsee oder über größeren Seen. Zahlreiche weitere Berichte über Wirbelstürme werden noch untersucht. "Die Gesamtzahl der Tornados dürfte damit noch deutlich ansteigen", meint Sävert.
Die Gesamtschäden durch Tornados liegen nach seinen Worten für 2007 im zweistelligen Millionenbereich. Die Zahl der registrierten Tornados sei seit einigen Jahren drastisch angestiegen. "Wir wissen noch nicht, ob es tatsächlich mehr werden oder ob einfach nur mehr Tornados bei uns beobachtet werden. Ein langfristiger Trend oder ein Zusammenhang mit der Klimaerwärmung ist derzeit nicht absehbar."
Die Hurrikansaison verlief auf dem Nordatlantik ungewöhnlich. Zwar wurden mit 15 Wirbelstürmen deutlich mehr beobachtet als im langjährigen Mittel, die meisten davon blieben aber schwach und lösten sich schnell wieder auf. Dennoch wurden gleich mehrere Rekorde gebrochen. Die Hurrikans "Dean" und "Felix" trafen im August mit der höchsten Kategorie 5 auf das Festland Mittelamerikas, mehr als 100 Menschen kamen ums Leben, und die Schäden gingen in die Milliarden.
Flutkatastrophen und Erdbeben
Die Wirbelstürme "Humberto" und "Lorenzo" entstanden quasi über Nacht und trafen im September auf Küstenregion am Golf von Mexiko. Schwere Flutkatastrophen in der Dominikanischen Republik und in Haiti wurden im Oktober und im Dezember durch die Stürme "Noel" und "Olga" ausgelöst.
Weltweit wurden 2007 zahlreiche schwere Erdbeben registriert. Davon erreichten nach Angaben des amerikanischen Erdbebendienstes USGS 19 (Vorjahr: 11) Erdstöße die Stärke 7 und mehr. Das stärkste Beben ereignete sich am 12. September vor der Westküste Südsumatras mit der Stärke 8,4. Mindestens 25 Menschen kamen ums Leben. Zu den schwersten Erdbeben des Jahres 2007 gehörten auch die Erdstöße vor den Kurilen am 13. Januar mit der Stärke 8,2 und am 1. April bei den Salomonen mit 8,1. Am 15. August starben in Peru durch ein Erdbeben der Stärke 8,0 mehr als 500 Menschen.
jdl/dpa
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