Quito - Der rund 135 Kilometer südlich der Hauptstadt Quito liegende Vulkan Tungurahua brach in den frühen Morgenstunden mit einer Reihe heftiger Explosionen aus. Rund 20.000 Menschen wurde durch das Getöse des 5023 Meter hohen Kolosses aus dem Schlaf gerissen. Riesige Geröllmassen seien die Westseite des Bergs hinabgerollt, sagte Hugo Yepez vom örtlichen geophysischen Institut. Über dem Vulkan stehe eine zehn Kilometer hohe Rauchsäule, hieß es.
Örtlichen Medienberichten zufolge kamen mindestens fünf Menschen durch den Ausbruch ums Leben. Berichte über Verletzte gab es bisher nicht.
Präsident Rafael Correa rief umgehend den Notstand für die Region aus. Bis zum Abend wurden etwa 1500 Menschen aus den gefährdeten Gebieten in Sicherheit gebracht. Elf Familien, die sich aus Furcht vor Plünderern geweigert hatten, ihre Häuser zu verlassen, seien zwangsumgesiedelt worden, erklärte der Leiter des Zivilschutzes, Roberto Rodriguez. In der Umgebung wurden Notunterkünfte eingerichtet.
Mindestens fünf nahe gelegene Ortschaften seien stark beschädigt, berichtete die Zeitung "El Universo" gestern Abend. Den Behörden zufolge wurden 20.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche zerstört.
Bereits Anfang Januar hatte der Tungurahua - Synonym für "Feuerschlund" in der Landessprache Quichua - verstärkt Aktivität gezeigt. Den Wissenschaftlern des Geophysischen Instituts zufolge gibt es kein Anzeichen für eine Abschwächung der Vulkanaktivität.
Im August 2006 waren bei einem Ausbruch des Tungurahua sechs Menschen getötet und mehrere Dörfer von einem Ascheregen begraben worden; 6500 Menschen wurden damals obdachlos.
ala/dpa/AFP/Reuters
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