Nürnberg - "Da steckt schon 'wumm' dahinter, wenn sie zubeißt", so Neurohr. Pfleger Horst Maußner habe bereits einige blaue Flecken an den Unterarmen. Angst und Schrecken verbreite die inzwischen 9,85 Kilo schwere "Flocke" zwar noch nicht, allerdings bekämen die vier Pfleger nun schnellstens Schweißerhandschuhe mit langen Lederstulpen, kündigte der Tierarzt an.
Mit dem Springen und Schnappen zeige die zweieinhalb Monate alte Eisbärin ihre Fortschritte als Raubtier, so Neurohr. "Genauso springen Eisbären auf eine Scholle, wenn dort eine Robbe liegt."
"Flocke" muss sich nun auch langsam von den täglichen Flaschenmahlzeiten verabschieden und wird an eine Breifütterung herangeführt. "Zehn Minuten nach dem Fläschchen geben wir ihr die letzten Milliliter Milch in einem Metallnapf zum Ausschlabbern", erzählte Neurohr. Die Eisbärin sei davon aber nicht begeistert.
"Sie ist an der Schale sehr aufgeregt, schreit laut und viel und muss sich erst daran gewöhnen", sagte der Tierarzt. Bis zur vollständigen Nahrungsumstellung werde es noch eine Weile dauern. In Sachen Aufmerksamkeit muss "Flocke" sich wohl auf Konkurrenz gefasst machen.
Wie gestern bekannt wurde, gibt es auch im Stuttgarter Zoo Eisbärennachwuchs. Dort wurde ebenfalls im Dezember der kleine "Wilbär" geboren, der aber anders als seine Nürnberger Artgenossin vorbildlich von seiner Mutter großgezogen wird. Mit sechs Kilogramm ist "Wilbär" aber im Vergleich zu "Flocke" ein Leichtgewicht.
jdl/AP
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