Athen - Griechenland schwitzt unter Hitze und Sahara-Staub: Starke Südwestwinde haben riesige Wolken feinen Sandes aus Afrika über dem Südosten des europäischen Kontinents verteilt. Zudem erreichte das Thermometer am Sonntag die 34 Grad Celsius auf Kreta und auf 32 Grad in Nordgriechenland. Die Gesundheitsbehörden rieten, ältere Menschen und Kinder sollten sich nicht zu lange im Freien aufhalten. Das Phänomen werde in den kommenden Tagen andauern, berichtete der staatliche Rundfunk weiter.
Mit ihren neun Millionen Quadratkilometern Größe ist die Sahara eine nahezu unerschöpfliche Staubquelle. Sie ist außerdem ein idealer Nährboden für Stürme: Wenn im Laufe des Tages die Temperaturen in der Wüste steigen, wird die Luft am Boden unruhig und lässt Staub und Sand Hunderte bis sogar Tausende Meter hoch in die Luft aufwirbeln.
Der Sahara-Staub wandert nicht nur über die Mittelmeer-Region, sondern noch viel weiter - bis zum Atlantik. Er ist Fluch und Segen zugleich: Während er im Mittelmeer eine wichtige Mineralienquelle darstellt, führt er im Ozean zu starker Düngung von Phytoplankton. Es entstehen lokale Algenblüten durch explosionsartige Vermehrung und anschließendes Absterben der Kleinstlebewesen. Wo eine Algenblüte stattgefunden hat, hinterlässt sie eine Todeszone, weil das Phytoplankton den gesamten Sauerstoff des Wassers verbraucht hat. Jeder Meeresbewohner, der sich in diese Todeszone verirrt, erstickt dort.
lub/dpa
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