New York - Mit knarziger Stimme und reichlicher Untermalung durch das "F"-Wort nimmt Jason Beghe per Video gegen Scientology Stellung. Die Sekte sei "zerstörerisch" und "Abzocke".
Der 48-jährige Beghe, der durch Rollen in TV-Serien wie "CSI" und "Cane" bekannt ist, war zwölf Jahre lang Scientology-Mitglied und betätigte sich auch als Sprecher der Sekte. Jetzt ist er der erste Prominente, der öffentlich Stellung gegen Scientology bezieht.
Vor sieben Monaten, sagte Beghe dem New Yorker Magazin "Village Voice", sei er ausgestiegen. Er sei frustriert gewesen von immer neuen - sehr kostspieligen - Programmen, die er zur Erreichung eines höheren hierarchischen und "spirituellen" Levels absolvieren sollte.
Der norwegische Scientology-Kritiker Andreas Heldal-Lund habe ihn zu einem Treffen überredet, bei dem auch das Video entstanden sei, das nun bereits seit Wochen im Internet kursiert und unter anderem bei YouTube zu sehen ist. Ein weiteres, ausführlicheres Video-Interview mit Beghe soll am Wochenende folgen.
Beghe schildert in dem bislang publizierten knapp dreiminütigen Beitrag, wie er im Laufe der Jahre rund eine Million Dollar seines Vermögens der Sekte überlassen habe. Beghe betont, dass die von Scientology-Gründer Ron L. Hubbard erdachte Strategie, prominente Mitglieder gleichsam als Werbeträger der Sekte einzusetzen, nach wie vor offensiv betrieben werde.
Wenn es einem Mitglied gelinge, einen Prominenten als neuen Scientology-Anhänger zu werben, sagte Beghe der "Village Voice", werde als Belohnung eine Datei gelöscht, in der während der sogenannten "Auditings" Verstöße gegen die Sektenregeln festgehalten werden.
Scientology sei "sehr, sehr gefährlich für die spirituelle, psychische, geistige und emotionale Gesundheit und Entwicklung", so Beghe in dem Video. "Ich glaube, die Entwicklung eines Menschen wird durch Scientology verkrüppelt."
pad
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