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Motorrad-Gang Großrazzia gegen "Hell's Angels"

Bei einer landesweiten Razzia gegen die "Hell's Angels" haben 900 Polizisten insgesamt 46 Häuser und Wohnungen in Nordrhein-Westfalen durchsucht - darunter Bordelle und eine Anwaltskanzlei. Insgesamt wurden 17 Verdächtige festgenommen. In Düsseldorf stürmte das SEK das vermutliche Hauptquartier der Gang.

Razzia im Hell's Angels Vereinsheim in Düsseldorf
DPA

Razzia im Hell's Angels Vereinsheim in Düsseldorf

Düsseldorf - Es war sechs Uhr, als ein gepanzertes Fahrzeug der Polizei das meterhohe Eisentor zum "Angels Place" aufdrückte. Einer der Hunde, der laut Warnschild Unbefugte am Betreten des unübersichtlichen Geländes im Düsseldorfer Norden hindern sollte, rannte kläffend auf die Beamten zu. Kurzerhand erschossen die Polizisten den blinden Rottweiler "Diebels" und stürmten die Quartiere der Mitglieder des berüchtigten Motorradclubs "Hell's Angels". "Wir sind im Schlaf überrascht worden", erzählt eine noch sichtlich erschrockene Bewohnerin und streichelt ihren Yorkshire Terrier. Am Boden liegen noch die Splitter der Glastür, die das Sondereinsatzkommando im Morgengrauen unsanft geöffnet hat.

Vier Männer wurden allein am "Angels Place" festgenommen. Noch Stunden nach dem Einsatz suchen dutzende von Polizisten mit Spürhunden und Metalldetektoren nach Waffen und Rauschgift, die im "Platz der Engel" versteckt sein sollen. Den Beschuldigten im Alter von 30 bis 42 Jahren werden die Bildung und die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Die Großrazzia erstreckte sich auf mehrere Städte
DPA

Die Großrazzia erstreckte sich auf mehrere Städte

Das riesige mutmaßliche Hauptquartier der "Hell's Angels" in Nordrhein-Westfalen liegt ausgerechnet in einer Kleingartenkolonie. "Das hier ist wie eine kleine Stadt", sagt Polizeisprecherin Angelika Homringhausen. Das Vereinsheim gleicht mit seinem Büffelhorn einer Blockhütte à la Wilder Westen. Mehrere Lauben sind bewohnt, ein Swimmingpool wartet auf Schwimmer und in der Ruine einer ehemaligen Lackfabrik sind die Werkstätten für die "heißen Öfen" untergebracht. "Hier wohnten nur zwölf Leute, alles Paare", erzählt eine Bewohnerin. Von kriminellen Machenschaften will sie nichts bemerkt haben. Der Club sei erst vor wenigen Wochen von "Bones" (Knochen) in "Hell's Angels" umbenannt worden. Sie kann sich die Aufregung gar nicht erklären.

Die Suche nach Waffen und Drogen könnte auf dem Gelände zu einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen werden. Dennoch transportieren die Ermittler gleich kistenweise sichergestelltes Material ab. Aus ihrer Sicht trügt der harmlose Schein, den zum Beispiel die "Helmy Fidel" genannte Parzelle verbreiten soll. Dort haben die harten Kerle die in Kleingartenkolonien üblichen Gartenzwerge durch freundliche bunte Clowns ersetzt.

Matthias Röder

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