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08.05.2008
 

Nach dem Zyklon "Nargis"

Erster Uno-Hilfsjet erreicht Burma

Die Lage im Katastrophengebiet wird immer dramatischer, inzwischen spricht auch die burmesische Junta von mindestens 80.000 Todesopfern. Nach Angaben der Uno ist der erste Flug mit Hilfsgütern nun in Rangun eingetroffen.

Bangkok - Mit zweitägiger Verzögerung ist am Donnerstag eine Hilfslieferung des Welternährungsprogramms (WFP) für die Opfer des Zyklons in Burma eingetroffen. Das WFP erklärte, die Militärjunta habe schließlich eine Landeerlaubnis erteilt. Zuvor hatte die Organisation beklagt, dass zwar drei Flugzeuge im Ausland bereit stünden, die Landeerlaubnis aber noch ausstehe.

Meldungen, wonach die burmesische Militärjunta zur Annahme von US-Hilfsleistungen bereiterklärte, erwiesen sich als verfrüht. Zunächst hatte die US-Botschaft im thailändischen Bangkok erklärt, Burma habe seine Zustimmung für die US-Hilfsfllüge gegeben. Doch später hieß es, die Militärregierung prüfe das Angebot noch.

So verheerend das Ausmaß der Katastrophe sich immer mehr darstellt, so stur stellte sich bisher die Junta gegenüber den Hilfsangeboten aus dem Westen: Bisher hatte sie ausländische Hilfe aufgehalten, unzählige Hilfsgüter hängen an der Grenze zu dem weitgehend von der Außenwelt abgeschirmten Land fest.

Bislang hatte Burmas Militärregierung von rund 20.000 Todesopfern durch Zyklon "Nargis" gesprochen, nun beziffert die Junta die Zahl auf mindestens 80.000.

US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte die Regierung am Mittwoch aufgefordert, internationale Hilfe ins Land zu lassen. "Das ist keine politische Angelegenheit, sondern es handelt sich um eine humanitäre Krise", sagte Rice in Washington. Rice zeigte sich "tief besorgt angesichts der sich ausweitenden humanitären Krise in Birma". "Das ist die Art Krise, die nur noch schlimmer wird", sagte sie nach einem Treffen mit dem mazedonischen Außenminister Antonio Milososki.

Die Situation rund um die Hauptstadt Rangun sei "entsetzlich", sagte Shari Villarosa, die höchstrangige US-Diplomatin in dem Land. "Das Risiko von Seuchen erhöht sich mit jedem Tag", sagte sie in einem Telefongespräch mit Reportern. Das US-Militär habe Hunderte Helfer und Flugzeuge in Bereitschaft, die nur darauf warteten, grünes Licht von der Militärjunta zu bekommen.

"Das Regime in Burma ist paranoid", sagte Villarosa, "besonders, was die Vereinigten Staaten angeht". Das Weiße Haus hatte Burma in der Vergangenheit offen wegen Verstößen gegen die Menschenrechte kritisiert. Teile des Regimes würden den Ernst der Lage allmählich erkennen, sagte die Diplomatin.

"Mehr als eine Million Hilfsbedürftige"

Noch immer stehen rund 5000 Quadratkilometer Land unter Wasser. Das teilte ein Sprecher der UN-Behörde für die Koordinierung von Hilfseinsätzen in Bangkok mit. "Es gibt mehr als eine Million Hilfsbedürftige", fügte der Sprecher hinzu. Um den Notleidenden zur Hilfe zu kommen, würden Schiffe, Hubschrauber und Lastwagen benötigt.

Der Wirbelsturm war am Freitagabend vom Golf von Bengalen kommend am Delta des Irrawaddy-Flusses auf das südostasiatische Land getroffen und hatte auf seinem Weg nach Osten eine Schneise der Zerstörung hinterlassen.

jjc/AFP/Reuters

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