Peking - Ab sofort will China Rettungshelfer aus Russland, Südkorea und Singapur in das Erdbebengebiet einreisen lassen. Die Regierung in Peking habe Hilfsangebote dieser Länder angenommen, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag den Sprecher des Außenministeriums, Qin Gang.
Die Nähe dieser Länder könne schnelle Hilfe ermöglichen. Wann die Rettungsteams eintreffen sollen, war zunächst unklar.
Am Abend war ein japanisches Rettungsteams in Chengdu, der Hauptstadt der am stärksten Region Sichuan, gelandet.
Es handelt sich um das erste ausländische Rettungsteam im Erdbebengebiet. Zuvor hatte die Regierung argumentiert, die Bedingungen vor Ort seien "noch nicht reif" für die Entsendung von Expertenteams aus dem Ausland. Zehntausende Verschüttete werden in den teilweise schwer zugänglichen Orten der Unglücksregion unter den Trümmern ihrer Häuser vermutet.
China hatte nach dem verheerenden Beben zwar schnell ausländische Hilfslieferungen und Spenden angenommen, zunächst die Hilfe ausländischer Experten jedoch abgelehnt. Lediglich Mitglieder einer buddhistischen Stiftung aus Taiwan und Angehörige des Hongkonger Roten Kreuzes wurden als Helfer in Sichuan akzeptiert. Freiwillige der Hongkonger Heilsarmee kamen in der Nachbarprovinz Yunnan zum Einsatz.
Wen: "Schwerstes Beben seit Jahrzehnten"
Regierungschef Wen Jiabao bezeichnete die Katastrophe im Südwesten Chinas als schwerstes Beben im Land seit fast 60 Jahren. Das Erdbeben vom Montag sei "das Zerstörerischste" seit Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 gewesen, sagte Wen.
Kein anderes Beben habe in dieser Zeit so schweren Schaden angerichtet. Bisherigen offiziellen Angaben zufolge wurden vermutlich mehr als 50.000 Menschen bei der Katastrophe getötet, die sich in der Provinz Sichuan ereignete. Bei einem Erdbeben in Tangshan im Jahr 1976 waren 240.000 Menschen gestorben.
Wen richtete ermutigende Worte an die Rettungskräfte. "Leben zu retten, ist immer noch unser wichtigstes Anliegen, solange es noch Hoffnung auf Überleben gibt", sagte er laut Xinhua. Zugleich betonte er, die Ordnung im Land sei "in den vergangenen 80 Stunden aufrechterhalten worden".
Dass ausländische Hilfe dringend vonnöten ist, zeigt die besonders betroffene Region Sechuan: Den Überlebenden des Erdbebens in der Provinz droht neue Gefahr durch beschädigte Staudämme. Eine "beträchtliche Zahl" von Wasserprojekten ist durch das Erdbeben beschädigt, warnte der Vizeminister für Wasserressourcen am Donnerstag. Dammbrüche könnten zu weiteren "massenhaften Opfern" führen, wenn die Inspektionen und die Rettungsarbeiten nicht rechtzeitig erfolgen."
amz/dpa/AFP/Reuters/AP
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