Brisbane - Die Rettungsaktion lief umgehend an - doch es dauerte 20 Stunden bis für die beiden Urlauber der Alptraum zu Ende war. Zwölf Flugzeuge suchten nach der 40-jährigen Amerikanerin und dem 38-jährigen Briten. Welche Ängste sie in dieser Zeit durchgemacht haben müssen, ist kaum vorstellbar - ohne Schutz auf See, über Nacht, in einem Revier voller Haie.
Am Samstagmorgen wurden sie schließlich rund 14 Kilometer vom Ausgangspunkt ihres Tauchausflugs entfernt entdeckt. Ihre Erfahrung und ihre Ruhe habe den beiden wahrscheinlich das Leben gerettet, erklärte Polizeisprecher Shane Chelepy. "Sie haben sich mit ihren Bleigurten zusammengebunden, sie haben Energie gespart, sind zusammengeblieben und haben auf Rettung gewartet", erklärte er.
"An ihrer Stelle würde ich heute Abend im Lotto spielen", sagte der Notrettungssprecher Philip Dowler. Das Ausmachen von im Wasser treibenden Menschen aus einem Hubschrauber sei äußerst schwierig. "Man sieht ja nur einen Kopf, der Körper ist unter Wasser, und heute ist es in Queensland sehr bewölkt."
Der Kapitän des Bootes, mit dem die beiden Freitag hinausgefahren waren, hatte vor der Rückfahrt zur Küste offenbar übersehen, dass zwei seiner Gäste fehlten. Die beiden waren beim Tauchen durch eine starke Strömung abgetrieben worden und tauchten 200 Meter vom Boot entfernt auf. Sie konnten den Kapitän nicht alarmieren.
Die Behörden haben eine Untersuchung angekündigt. Ein amerikanisches Ehepaar, das nach einem Tauchgang im Barrier Reef 1998 "vergessen" wurde, ist nie gefunden worden. Damals wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Die Kapitäne müssen vor der Rückkehr an Land eigentlich sicherstellen, dass jeder an Bord ist. Die Geschichte des Paares wurde 2003 im US-Thriller "Open Water" verfilmt.
ler/AP/dpa/AFP
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