Berlin - Sturm-Management bei der Bahn: Wegen der Unwetter im Südwesten wurden noch in der Nacht in Hessen mehrere ICE-Strecken gesperrt. Bis zum Mittag dürften die Strecken Frankfurt/Main-Fulda-Kassel, Frankfurt-Gießen-Kassel und Frankfurt-Aschaffenburg-Würzburg noch unbefahrbar bleiben, teilte ein Bahnsprecher mit. Auch der Nahverkehr sei teilweise betroffen
Mehrere Züge erreichten in der Nacht nicht die vorgesehenen Zielbahnhöfe in Süddeutschland, so dass sie auf anderen Strecken fehlen. In der Nähe des hessischen Langenselbold blieb am Abend ein ICE wegen eines Oberleitungsschadens auf freier Strecke stehen, in Bayern blieben zwei Züge stecken.
Die Gewitter mit heftigen Regenfällen und Hagel hatten schon am Freitag in Teilen Baden-Württembergs, Bayerns und Hessens erhebliche Schäden verursacht. Polizei und Feuerwehr waren wegen überfluteter Keller, kleinerer Erdrutsche und umgestürzter Bäume im Dauereinsatz. Im bayerischen Bad Kissingen traf ein Baum ein fahrendes Auto, die beiden Insassen wurden schwer verletzt. Zahlreiche Straßen waren blockiert. Insgesamt gab es vier Verletzte.
Im Landkreis Marburg-Biedenkopf teilte die Feuerwehr mit, die Unwetter hätten "immense Schäden" angerichtet. Rund 600 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren am Freitag unterwegs, um vollgelaufene Keller leerzupumpen und umgestürzte Bäume zu räumen. Menschen kamen ersten Erkenntnissen zufolge nicht zu Schaden.
Auf dem Flugplatz Bad Kissingen schleuderte der Sturm ein abgestelltes Flugzeug auf ein anderes. Die Aufräumarbeiten in Bayern dauerten teils die ganze Nacht. Es sind immer noch Straßen gesperrt, weil Bäume querliegen oder weil sie durch Schlammmassen verschmutzt sind, sagte ein Polizeisprecher in Würzburg.
Unwetterschäden meldeten Polizei und Feuerwehr auch aus den östlichen Stadtteilen Frankfurts. In der Nachbarstadt Offenbach stand eine S-Bahn-Unterführung einen Meter tief unter Wasser, außerdem ereigneten sich dort mindestens zwei witterungsbedingte Unfälle. In Mühlheim östlich von Offenbach liefen binnen kurzer Zeit 40 Keller voll. Auch aus dem Odenwald sowie den Landkreisen Fulda und Vogelsberg waren die Feuerwehren im Einsatz, um Schäden zu beseitigen.
Die Gewitter haben auch Freitagabend in Münster Überflutungen verursacht. Zahlreiche Keller im Stadtgebiet seien voll Wasser gelaufen, teilte die Feuerwehr mit. Zudem waren mehrere Straßenunterführungen nicht passierbar.
itz/AP/AFP/dpa
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