Athen - Der Südwesten Griechenlands ist am Sonntag von einem schweren Erdbeben der Stärke 6,5 erschüttert worden. Dabei wurden mindestens zwei Menschen getötet und 125 weitere verletzt, wie das Innenministerium in Athen mitteilte.
Zahlreiche Häuser stürzten ein, mehrere Menschen waren zeitweise verschüttet. Das Epizentrum lag 54 Kilometer südlich der Hafenstadt Patras auf dem Peloponnes in etwa zehn Kilometer tiefe. Ausläufer des Bebens waren auch in der 200 Kilometer entfernten Hauptstadt Athen und sogar im Süden Italiens zu spüren. Ein Erdrutsch blockierte einen Teil der Autobahn von Korinth nach Patras.
Urlauber wurden nach Angaben des Tourismusverbandes nicht verletzt. Aus den Hotels in der Region seien keine Schäden berichtet worden, hieß es weiter. Das Erdbebeninstitut in Athen bezeichnete das Beben als "das schwerste Erdbeben", das seit langem in der Region gemessen wurde. Es werde mit mehreren Nachbeben gerechtet, da das Epizentrum nahe an der Erdoberfläche lag. "Die Gefahr ist noch nicht vorüber", sagte Institutsdirektor Gerasimos Papadopulos. Die Luftwaffe versetzte Rettungshubschrauber und Transportflugzeuge in Alarmbereitschaft. "Das Erdbeben war furchtbar. Obwohl wir daran gewöhnt sind, haben wir so ein starkes Beben hier noch nie erlebt", sagte der Bürgermeister der Stadt Pyrgos, Georgios Paraskevopoulos, dem griechischen Fernsehsender NET.
Ein Mann wurde im Gebiet von Kato Ahia unter einem einstürzenden Hausdach begraben. Eine Frau wurde bei dem Erdbeben zwar nur leicht verletzt, erlitt aber bei der späteren Behandlung im Krankenhaus einen tödlichen Herzinfarkt, wie das Innenministerium mitteilte. Zwei Familien, insgesamt sieben Menschen, die im Ort Fostaina rund 30 Kilometer südlich von Patras in den Trümmern ihres Hauses eingeschlossen waren, konnten von den Rettungskräften geborgen werden. In Patras fiel zeitweise der Strom aus.
Griechenland liegt in einer seismisch aktiven Zone und wird immer wieder von Erdbeben erschüttert. Bei einem Beben der Stärke 5,9 in der Nähe von Athen kamen 1999 143 Menschen ums Leben.
cjp/AP/dpa
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