• Drucken
  • Senden
  • Feedback
28.07.2008
 

Flut, Sturm, Gewitter

Tote bei schweren Unwettern in Europa

Tödliches Wetterchaos in Europa: Heftige Stürme und Überschwemmungen haben in Rumänien und der Ukraine mindestens 18 Menschen das Leben gekostet. Auch in Deutschland führten Blitzeinschläge, Starkregen und Hagel zu Verletzten und überfluteten Straßenzügen.

Kiew/Hamburg - Besonders schwer betroffen von den Unwettern in Osteuropa war die Ukraine: 13 Menschen kamen dort ums Leben - darunter laut Medienberichten fünf Kinder. Die Regierung in Kiew sprach von der schwersten Hochwasserkatastrophe seit hundert Jahren. In der Umgebung der Flüsse Prut und Dnjestr beschädigte das Hochwasser mehr als 21.000 Häuser, wie das ukrainische Katastrophenschutzministerium erklärte. Mehr als 8000 Menschen wurden aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht. In den Karpaten regnet es bereits seit fünf Tagen.

Das Ministerium erklärte weiter, in mehr als 300 Ortschaften gebe es keinen Strom. Mindestens zwei Menschen würden vermisst. Die Regierung schätze den Schaden auf umgerechnet mehr als 190 Millionen Euro. Präsident Wiktor Juschtschenko erklärte die Region zum Katastrophengebiet und flog in die besonders betroffene Region Iwano-Frankiwsk.

Meteorologen rechneten für weitere 24 Stunden mit Unwettern, während die Pegel weiter ansteigen könnten. Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat die betroffene Region bereits besucht und forderte eine Sitzung des Parlaments, um über Hilfen zu beraten.

In Rumänien kamen im Grenzgebiet zur Ukraine fünf Menschen ums Leben. In der nordwestlichen rumänischen Region Maramures traten vier Flüsse über die Ufer. 20.000 Menschen waren nach Angaben der Behörden von der Stromversorgung abgeschnitten.

Nach Angaben des Betreibers einer Kleinbahn überraschten die Wassermassen im Karpaten-Tal auch einen Touristenzug. 200 Fahrgäste, unter ihnen auch deutsche und Schweizer Urlauber, sollen vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten gewesen sein. Die Schmalspurbahn ist nach Angaben des Betreibers auf weiten Abschnitten völlig zerstört.

In Moldawien und seiner abtrünnige Dnjestr-Republik Transnistrien gab es ebenfalls Überschwemmungen.

Dortmund unter Wasser, Verletzte durch Blitz und Unfälle

Auch Deutschland erlebte am Wochenende heftige Unwetter. Während die Menschen im Norden der Republik fast durchgehend Hochsommer pur genießen konnten, sorgten Gewitter im Westen und Südwesten für schwere Schäden und Verletzte. Besonders stark traf es Nordrhein-Westfalen. In der Region Dortmund standen ganze Wohnsiedlungen unter Wasser und konnten noch am Sonntag nur mit Schlauchbooten erreicht werden, berichtete die Feuerwehr. "Anfangs war die Lage schon mit der beim Orkan 'Kyrill' vergleichbar", sagte der Dortmunder Feuerwehrsprecher Rainer Suttrop.

In Wuppertal kamen 14 Frauen und Männer zur Beobachtung in eine Klinik. Sie waren beim Aufbauen eines Zeltes vom Gewitter überrascht worden. Als sie sich unter ein Zeltdach flüchteten, schlug der Blitz in ihrer Nähe ein. Im sauerländischen Schmallenberg verwüstete der Sturm ein Zeltlager, in dem hundert Kinder und Jugendliche ihre Ferien verbrachten. Fünf Kinder und eine Betreuerin wurden verletzt.

Im niederrheinischen Kerpen wurde ein 37-Jähriger schwer verletzt, als ein Blitz in die Spitze seines Regenschirms einschlug. Verletzte gab es auch in Hessen. Auf den Autobahnen rund um Gießen kam es während des Gewitters am Samstagnachmittag gleich zu vier Unfällen. Dabei wurden zwei Menschen schwer, zwei leicht verletzt. In der Nacht zum Sonntag waren die Feuerwehren in Südhessen im Dauereinsatz. Dort lag nach Angaben von Meteorologen das Zentrum der Unwetter. In Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg ließen sintflutartige Regenfälle ebenfalls Keller volllaufen und unterspülten Straßen.

Entwarnung gibt es noch nicht - auch der Montag bringt laut dem Wetterdienst Meteomedia von der Eifel bis zum Schwarzwald und dem Alpenrand voraussichtlich kräftige Schauer und Gewitter.

Tote auch bei Unwettern in Südkorea und Neuseeland

Auch außerhalb von Europa forderten Unwetter Todesopfer: In Südkorea kamen bei Überflutungen und Erdrutschen nach tagelangen Regenfällen mindestens sieben Menschen ums Leben, sechs weitere galten als vermisst.

In Neuseeland starben bei einem der schwersten Winterstürme der vergangenen Jahre mindestens drei Menschen: Zwei Fischer kamen ums Leben, als ihr Boot auf die Klippen geschleudert wurde. Ein Rafting-Lehrer fiel aus seinem Kanu - die Leiche des 33-Jährigen wurde später an einem Strand gefunden.

Bei Windgeschwindigkeiten von 165 Kilometern in der Stunde stürzten auf der neuseeländischen Nordinsel Strommasten um und blockierten Straßen. An dem 2797 Meter hohen Ruapheu mussten 10.000 Skifahrer in Sicherheit gebracht werden. Dort erreichten die Böen auf den Skipisten 200 Kilometer in der Stunde.

tno/AP/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP