Frankfurt am Main - Im Osten und Südosten Deutschlands drohen am morgigen Freitag nicht nur heftige Gewitter, es können auch Tornados entstehen. Die extrem hohen Temperaturunterschiede ermöglichen sogenannte Superzellen mit extrem hohen Windgeschwindigkeiten, sagte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst.
"Von Westen her rückt eine Kaltfront heran, während von Brandenburg über Sachsen bis Bayern noch Temperaturen bis 34 Grad herrschen. In diesem Bereich können die Gewitter geradezu explodieren", sagte der Experte. Ob - und wenn ja, wo genau - Tornados entstehen, ist aber nicht vorherzusagen. "Ganz genau weiß man das erst wenige Minuten vorher. Prognosen sind leider sehr unsicher", sagte Friedrich.
Wenn diesen Wirbel bis auf den Boden reichen und dort Schäden verursachen, spricht man traditionell von Windhosen, auf dem Meer von Wasserhosen. Da diese Begriffe aber oft ungenau verwendet werden, bevorzugen Meteorologen zunehmend den Begriff Tornado.
Tornados wirken im Gegensatz zu Hurrikanen und Orkanen relativ kleinräumig und kurzzeitig, weil sie nur eine begrenzte Reichweite haben. Sie bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von 50 bis hundert Stundenkilometern fort und hinterlassen einen Streifen der Verwüstung von fünf bis zehn Kilometern, in seltenen Extremfällen sogar bis zu 300 Kilometern Länge und einigen hundert Metern Breite.
In Deutschland werden die meisten Tornados von Mitte Juni bis Ende Juli registriert. Laut Wetterdienst kommt es in Deutschland pro Jahr etwa zu 30 bis 40 Tornados, die Schäden verursachen.
pad/AP
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH