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08.08.2008
 

Tschechien

Eurocity rast in Brückentrümmer - viele Tote

Schweres Zugunglück in Tschechien: Auf dem Weg von Krakau nach Prag ist ein Eurocity-Zug mit hoher Geschwindigkeit in eine Brücke gerast. Mindestens sieben Menschen starben, 67 Passagiere wurden verletzt.

Prag - Der Eurocity-Zug raste am Freitagvormittag nahe der nordöstlichen Stadt Studenka gegen die Trümmer einer eingestürzten Brücke, die Lokomotive und sechs Waggons entgleisten. In dem Zug, der von Krakau nach Prag unterwegs war, befanden sich nach tschechischen Angaben rund 120 Passagiere. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben, 67 weitere wurden verletzt.

Entgleister Eurocity in Studenka: "Was ich hier gesehen habe, werde ich mein Lebtag nicht vergessen"
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DPA

Entgleister Eurocity in Studenka: "Was ich hier gesehen habe, werde ich mein Lebtag nicht vergessen"

Der Zug näherte sich am Morgen gegen 10.30 Uhr mit einer Geschwindigkeit von rund 135 Stundenkilometern dem Bahnhof von Studenka. Der Lokführer habe bemerkt, dass die vor ihm liegende Autobahnbrücke geschwankt habe und einzustürzen begann, sagte Jan Kucera von der Gleisaufsichtsbehörde.

Obwohl der Lokführer sofort gebremst habe, sei der Zug mit 120 Stundenkilometern auf die Trümmer geprallt. "Der Schaden ist erheblich", sagte Kucera. "Es ist schrecklich, es ist eine Katastrophe", sagte Polizeisprecherin Miroslava Michalkova-Salkova.

Der Unfallort war am Freitag übersät von zerstörten Signalschildern, Gepäckstücken und Metallteilen. 16 Feuerwehreinheiten und etwa 30 Fahrzeuge unterstützten die Rettungskräfte bei ihren Bemühungen, die noch in den zerstörten Waggons eingeschlossenen Reisenden zu befreien. Polens Regierungschef Donald Tusk und sein tschechischer Kollege Mirek Topolanek begaben sich an den Unglücksort.

"Ich habe einen furchtbaren Krach gehört", berichtete eine Ärztin, die aus Studenka an die Unfallstelle eilte. "Was ich hier gesehen habe, werde ich mein Lebtag nicht vergessen."

Der Lokführer des Zuges überlebte das Unglück. Er habe alles unternommen, um den Zusammenstoß zu verhindern, sagte der Mann vor Journalisten. Nachdem er das Bremsmanöver eingeleitet habe, habe er sich im Maschinenraum in Sicherheit gebracht. "Ich konnte nichts mehr machen. Nie wieder besteige ich einen Zug", fügte er hinzu.

Ein Sprecher der tschechischen Lokführer-Vereinigung sagte, der Zugführer habe richtig gehandelt. Die tschechische Polizei leitete eine Untersuchung der Unglücksursache ein.

Bei den Toten handelte es sich nach Angaben der Rettungskräfte um fünf tschechische Frauen und einen Polen, die noch an der Unglücksstelle starben. Ein Ukrainer erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Von den 67 Verletzten waren den Angaben zufolge 13 in ernstem Zustand, sie wurden mit Hubschraubern und Krankenwagen in Krankenhäuser in der Umgebung gebracht. Unter den Verletzten waren nach tschechischen Fernsehberichten hauptsächlich Polen und Tschechen, sowie zwei Franzosen und ein Englisch sprechender Mann. Deutsche wurden zunächst nicht an Bord vermutet.

Das Zugunglück war das schlimmste in Tschechien seit 13 Jahren. Im Juni 1995 waren bei einer Kollision eines Zuges mit einem Bus in Krouna in der Landesmitte 19 Menschen getötet worden.

jjc/ala/AFP/dpa

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