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20.08.2008
 

Triebwerkbrand bei Start

Mehr als 140 Tote bei Flugzeugunglück in Madrid

Unglück auf dem Flughafen von Madrid: Eine Maschine auf einem Gemeinschaftsflug von Spanair und Lufthansa ist beim Start in Flammen aufgegangen. Neuen Angaben der Retter zufolge überlebten nur 26 der 173 Menschen an Bord. Unter den Toten sind womöglich auch Deutsche.

Madrid - Das Flugzeug hatte gegen 14.23 Uhr gerade beschleunigt, da passierte es. Das linke Triebwerk der McDonnell Douglas fing Feuer, berichteten später Augenzeugen. Die Maschine geriet offenbar außer Kontrolle, schoss über die Landebahn hinaus und ging in Flammen auf - aus der Feuerhölle konnten einem Sprecher der Rettungskräfte zufolge nur 26 der 173 Menschen an Bord gerettet werden. Die anderen sind tot.

Viele der Überlebenden erlitten schwere Verbrennungen, sind in einem kritischen Zustand.

Eine große Rauchwolke stieg über der Unglückstelle auf, ein Mitarbeiter des Flughafenbetreibers Aena berichtete: "Das Flugzeug ist völlig zerstört, überall liegen Verletzte." Erst kurz nach 17 Uhr konnten die Flammen gelöscht werden.

Die zweistrahlige Maschine sollte von Madrid nach Las Palmas auf Gran Canaria fliegen. An Bord waren mehr als 160 Passagiere und je nach Quelle sechs bis neun Besatzungsmitglieder.

Die Spanair-Maschine mit der Flugnummer JK 5022 war auch im Auftrag der Lufthansa unterwegs und hatte bei der deutschen Gesellschaft den Code LH 2554. Konzernsprecher Michael Lamberty sagte SPIEGEL ONLINE, bisher könne man noch nicht bestätigen, ob sich in der Unglücksmaschine Lufthansa-Passagiere befunden hätten. Nach seiner Kenntnis sei die deutsche Botschaft in Madrid eingeschaltet. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte dies. Zwei Mitarbeiter wurden zum Flughafen Barajas geschickt. Sie sollen bei der Aufklärung der Frage helfen, ob Deutsche unter den Passagieren waren.

"Die Passagierlisten wurden den spanischen Behörden übergeben", sagte eine Sprecherin der schwedischen Fluggesellschaft SAS, zu der Spanair gehört, SPIEGEL ONLINE.

Womöglich Verspätung wegen technischer Probleme

Die genaue Ursache des Unglücks ist noch unklar. Fest steht, dass die Maschine eine Stunde Verspätung hatte - angeblich wegen technischer Probleme. Dies wurde allerdings weder von der Fluggesellschaft noch von den Behörden bestätigt.

Wann das linke Triebwerk genau Feuer fing, ob vor oder nach dem Abheben, ist nicht geklärt. Das Flugzeug soll in zwei Teile geborsten sein, schreibt "El Mundo".

Der Flugverkehr auf dem Madrider Flughafen Barajas wurde zeitweilig unterbrochen und gegen 16 Uhr wieder aufgenommen. Psychologen des Roten Kreuzes betreuen die Angehörigen. Der spanische Ministerpräsident Rodríguez Zapatero ist laut "El Mundo" auf dem Weg zur Unglücksstelle.

han/jjc/Reuters/AP/dpa/AFP

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