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04.09.2008
 

Brasilien

Drogenbanden setzen Kaimane als Geheimwaffe ein

Rauhe Sitten herrschen im brasilianischen Drogenkrieg: Die kriminellen Banden setzen offenbar furchterregende Alligatoren ein - die halten bei Überfällen nicht nur die Opfer in Schach, sie beseitigen auch die Leichen von getöteten Gegnern.

Rio de Janeiro - Die brasilianische Militärpolizei hat bei einer Razzia in einem Armenviertel von Rio de Janeiro zwei außergewöhnliche Waffen der Drogenbanden sichergestellt: Auf der Suche nach örtlichen Drogenbaronen trafen die Ermittler auf zwei Kaimane, eine Alligatorenart.

Drogendealer-Waffe Kaiman: "Sie müssen schon sehr hungrig sein"
Getty Images

Drogendealer-Waffe Kaiman: "Sie müssen schon sehr hungrig sein"

"Wir dachten immer, dass die Geschichten über den Einsatz von Kaimanen durch Drogenhändler Ammenmärchen seien, aber nun haben wir Beweise", sagte Kommissar Ronaldo Oliveira. Einwohner des Armenviertels Coreia im Norden von Rio sagten aus, dass Bandenmitglieder bei Überfällen Opfer mit den Tieren in Schach gehalten hätten. Außerdem hätten die Drogenbarone den Kaimanen die Leichen von ermordeten Widersachern zum Fraß vorgeworfen.

Oliveira sagte, es sei wahrscheinlich, dass noch weitere Kaimane in dem Viertel gehalten würden, da die beiden gefangenen Exemplare Jungtiere seien.

Der Biologe Saulo Toledo sagte der Zeitung "O Globo", dass Kaimane von der Größe, wie sie bei der Razzia gefunden wurden, ein Kleinkind töten und Erwachsene schwer verletzen könnten. Allerdings würden Kaimane kaum Menschenfleisch fressen. "Sie müssen schon sehr hungrig sein oder an diese Art der Ernährung gewöhnt sein", sagte Toledo.

pad/AFP

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