Taipeh/Peking - Mit stürmischen Winden und sintflutartigen Regenfällen hat am Sonntag "Jangmi" die Inselrepublik Taiwan lahmgelegt. Der Taifun gilt als stärkster Sturm der bisherigen Saison und ist bereits der zweite binnen zwei Wochen, der Taiwan erreicht. Er erreichte Windgeschwindigkeiten bis zu 184 km/h und löste Überschwemmungen und Erdrutsche aus.
Ein Motorradfahrer wurde im Landkreis Nantou von der Straße in einen Fluss gefegt und galt als vermisst, wie das Fernsehen berichtete. Inländische und internationale Flüge mussten abgesagt oder verschoben werden. Im Nordosten gab es Stromausfälle für 200.000 Haushalte.
An der ostchinesischen Küste wird der Taifun am Montagnachmittag mit heftigen Regenfällen und starken Winden erwartet. Die chinesischen Behörden setzten den Schiffsverkehr in der Straße von Formosa aus, der Passage zwischen dem Festland und der Insel. Alle Schiffe wurden in die Häfen zurückbeordert. Menschen in tief liegenden Gebieten wurden in Sicherheit gebracht.
"Hagupit" ließ Jahrhundert-Flutwelle entstehen
In der Nacht zum Donnerstag war der Taifun "Hagupit" über Nordvietnam hinweggezogen. Dort stieg die Zahl der Todesfälle inzwischen auf 32. Weitere fünf Menschen würden noch immer vermisst, teilte die Katastrophenbehörde mit. Den Angaben zufolge waren acht Provinzen von den Fluten betroffen. Springfluten überschwemmten ganze Dörfer, zerstörten zahlreiche Gebäude und fast 100.000 Hektar Ackerland standen noch am Sonntag unter Wasser.
Die Regierung entsandte nach Medienberichten Tausende Soldaten zur Unterstützung der Hilfsmaßnahmen in das Katastrophengebiet. Einige Bergregionen waren aber von der Außenwelt abgeschnitten und konnten zunächst nicht erreicht werden.
Auf den Philippinen kamen mindestens acht Menschen durch den Sturm ums Leben, in der südchinesischen Provinz Guangdong hat er schwere Schäden angerichtet. In der Stadt Yangjiang kamen allein 17 Menschen ums Leben. "Hagupit" trieb eine Flutwelle an Land, die so hoch war, wie sie sich nach Einschätzung von Experten nur einmal in hundert Jahren auftürmt.
Die Sturmsaison dauert in der Region von August bis Dezember. Die Taifune laden sich über den warmen Wassern des Pazifischen oder Südchinesischen Meeres auf.
abl/Reuters/AFP
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