Hamburg - "Wir sind alle schockiert. Wir haben noch keine Details über den Unfallhergang, sind aber recht sicher, dass es eine Gruppe von uns getroffen hat", sagte der Geschäftsführer von "Hauser Exkursionen", Michael Schott, in München. Beim Absturz einer zweimotorigen Passagiermaschine sind im Himalaja 18 Menschen ums Leben gekommen, zwölf von ihnen kamen aus Deutschland. Den Angaben zufolge stammten die Opfer aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland- Pfalz, Sachsen-Anhalt und Sachsen.
Die Reisegruppe hatte laut Schott eine mittelschwere Tour bis in über 4000 Meter Höhe für zweieinhalb Wochen gebucht. Yeti Airlines sei die größte und sicher auch eine der zuverlässigsten Fluglinien in Nepal, sagte Schott. "Wir haben bisher nur gute Erfahrungen mit ihr gemacht." Von den drei anfliegenden Maschinen seien an diesem Morgen zwei sicher auf dem Flughafen von Lukla gelandet.
"Wir werden alles tun, um den Hinterbliebenen Beistand zu leisten", sagte Schott. Die Leichen sollten in die Hauptstadt Katmandu geflogen und dort identifiziert werden.
Nach Angaben des Flughafens Lukla kamen insgesamt 18 der 19 Insassen der kleinen Propellermaschine bei dem Unglück ums Leben. An Bord des Flugzeugs waren neben den zwölf Deutschen noch vier weitere Fluggäste, darunter zwei Australier. Von den drei Crewmitgliedern überlebte der Kapitän. Laut einem Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin steht die deutsche Botschaft in Katmandu in engem Kontakt mit den zuständigen nepalesischen Behörden.
Der Münchner Reiseveranstalter Hauser Exkursionen ist bereits zum zweiten Mal von einem Flugzeugabsturz in Nepal betroffen. Am 22. August 2002 hatte sich ein ganz ähnliches Unglück ereignet: Damals kamen ebenfalls 18 Menschen ums Leben, darunter 13 Touristen aus Deutschland. Es handelte sich ebenfalls um ein Flugzeug des Typs Twin Otter. Die zweimotorige Maschine der Fluggesellschaft Schangri-La Air war kurz vor der Landung gegen einen Berg geprallt und in mehrere Teile zerbrochen.
Als das Unglück am Mittwochmorgen geschah, habe sich die Maschine im Landeanflug auf den knapp 3000 Meter hoch gelegenen Flughafen Lukla befunden, teilte die staatliche Flugsicherung mit. Nur der Pilot habe den Absturz überlebt. Zum Unfallzeitpunkt soll das Wetter schlecht gewesen sein.
Die Maschine der Yeti Airlines war am Mittwochmorgen in der nepalesischen Hauptstadt Katmandu gestartet. Der 150 Kilometer nordöstlich von Katmandu gelegene Flughafen Lukla ist Ausgangspunkt für Touren zum Mount Everest. Er zählt zu den gefährlichsten der Welt, da die Start- und Landebahn an der einen Seite von einem steilen Abhang, an der anderen von einer Felswand begrenzt wird. Die genaue Unfallursache wird derzeit untersucht.
Bei gutem Wetter starten und landen nach Angaben von "Hauser Exkursionen" täglich 20 bis 40 Flugzeuge in Lukkla. "Im Frühjahr und Herbst veranstalten wir etliche Touren in das Gebiet", sagte die Sprecherin.
han/ddp/dpa
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