ThemaDer Fall Marco WeissRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
04.12.2008
 

Leukämie

Stammzellenspender für Marcos Vater gefunden

Endlich wieder eine gute Nachricht von Marco Weiss: Für seinen an Blutkrebs erkrankten Vater ist ein Stammzellenspender gefunden worden. Das teilte der Schüler mit, der in der Türkei wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-jährigen Britin angeklagt ist.

Uelzen - In Marcos E-Mail heißt es: Sein Vater werde nach Weihnachten die Chemotherapie beginnen, danach folge die Transplantation der Stammzellen. Marco hatte jüngst mehrere Rückschläge zu verkraften. Er veröffentlichte Ende November ein Buch über seine Leidenszeit in türkischer Haft. Daraufhin legten seine deutschen Anwälte ihr Mandat nieder.

"Ich werde meinem Vater in dieser nicht einfachen Zeit zur Seite stehen, so wie er mich stets mit aller Kraft unterstützt hat", schreibt der 18-Jährige. Die Erkrankung seines Vaters sei auch ein Grund gewesen, die ursprünglich für einen späteren Termin vorgesehene Veröffentlichung des Buches vorzuziehen.

In der Mitteilung dankte er allen Menschen, die sich in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) typisieren ließen oder diese finanziell unterstützten. Seit der Gründung 1991 haben sich nach Angaben der DKMS mehr als 1,8 Millionen Menschen in die Spenderkartei aufnehmen lassen. Für viele an Leukämie erkrankte Menschen ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Überlebenschance.

Marco war am 12. April 2007 in seinem türkischen Urlaubshotel festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, die damals 13-jährige Charlotte aus England sexuell missbraucht zu haben. Marco hat das stets bestritten und sprach von einvernehmlichen Zärtlichkeiten, nachdem sich die beiden in einer Disco kennengelernt hatten. Erst kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres wurde er aus türkischer Untersuchungshaft entlassen.

Keine Anzeichen für Vergewaltigung

Die Fortsetzung seines Prozesses ist inzwischen auf den 10. April 2009 verschoben worden. Zuvor war dem Gericht in Antalya ein Abschlussgutachten eines rechtsmedizinischen Instituts in Istanbul vorgelegt worden. Darin stellten die Experten keine Anzeichen für eine Vergewaltigung fest.

In dem Buch "Marco W. - meine 247 Tage im türkischen Knast" zeichnet der Schüler sein Schicksal vom Urlaubsflirt mit Charlotte über die Verhaftung im Hotel und den ersten Vernehmungen bis hin zur achtmonatigen Untersuchungshaft nach. Während Marcos deutsche Anwälte daraufhin ihren Hut nahmen, wollen die türkischen Kollegen die Verteidigung fortsetzen.

Knapp eine Woche nach der Veröffentlichung des Buchs sind bereits die meisten Exemplare vergriffen. Von der ersten Auflage mit 20.000 Stück seien am Mittwoch noch 2200 erhältlich gewesen, hieß es am Donnerstag beim Hamburger Kinderbuchverlag. Eine zweite Auflage werde gedruckt. Die 20.000 neuen Exemplare sollen Ende der kommenden Woche in die Läden kommen.

jdl/dpa/ddp

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
alles zum Thema Der Fall Marco Weiss

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP