Tiefdruckgebiet "Tine" lässt den Menschen in den Österreich und Italien keine Ruhe: Während Venedig und Rom gegen das aus den Alpen heranströmende Hochwasser ankämpfen, versinkt das südliche Österreich in rekordverdächtigen Schneemassen.
In den vergangenen Tagen fiel in Teilen Kärntens und Osttirols so viel Schnee vom Himmel, wie seit Jahrzehnten nicht mehr, berichtete der Österreichische Rundfunk (ORF) am Samstag. Am südlichen Alpenrand mussten Betreiber ein Skigebiet schließen, mehrere Täler haben keinen Strom mehr und sind von der Außenwelt abgeschnitten.
Im Tagesverlauf entspannte sich die Lage zwar leicht, es blieben aber viele Straßen weiter gesperrt und Täler von der Außenwelt abgeschnitten. Nach massiven Schneefällen Anfang Dezember herrscht nun nach den weiteren Schneefällen in den Alpen akute Lawinengefahr, meist auf den höchsten Warnstufen vier oder fünf. Besonders bedrohlich ist ein Blick auf die nächsten Tage: Anfang kommender Woche könnte ein neues Tiefdruckgebiet im Mittelmeerraum die Lage noch weiter verschärfen.
Rinder von einstürzendem Flachdach erschlagen
Im Kärntner Lesachtal soll in mehreren Ortschaften der Strom ausgefallen sein, meldet die österreichische Nachrichtenagentur APA. Das Tal sei von der Außenwelt abgeschnitten, den Menschen könne nicht geholfen werden. Im Lesachtal fielen binnen zwei Tagen bis zu zwei Meter Neuschnee, meldet der ORF.
Mitarbeiter der österreichischen Bundesbahn und des Militärs versuchten, den Zugverkehr wieder zum Laufen zu bekommen, indem sie Gleise freiräumten und gerissene Oberleitungen flickten. Laut ORF ist der Zugverkehr im Gailtal und im Drautal sowie auf der Tauernstrecke und zwischen Kärnten und Italien unterbrochen. Einige Strecken mussten am Samstag gesperrt bleiben.
Mit Schneeschaufeln räumen die Menschen in den betroffenen Gebieten Österreichs fortwährend Wege und Dächer frei. Besonders Flachdächer drohen unter den Lasten von teils über zwei Metern Schnee einzustürzen. In der kärntnerischen Gemeinde Oberdrauburg stürzte ein Stalldach teilweise ein und erschlug dabei einige Rinder.
Winter in New Orleans: Frühester Schneefall seit Beginn der Wetteraufzeichnungen
Rotes Kreuz baut Notunterkünfte in New Hampshire
Am schlimmsten trafen Schneestürme und Eisregen den Ostküstenstaat New Hampshire, dort sind mehr als die Hälfte aller Firmen und Haushalte ohne Elektrizität. Das Rote Kreuz richtete knapp zwei Dutzend Notunterkünfte ein, viele eisglatte Straßen waren von umgestürzten Bäumen und Strommasten blockiert. In New Hampshire und seinem südlichen Nachbarstaat Massachusetts riefen die Gouverneure den Notstand aus, auch in den Staaten Maine, Vermont und Pennsylvania fiel teilweise der Strom aus.
Besonders früh kam der Wintereinbruch auch in den Staaten Louisiana, Texas und Mississippi, dort fielen bis zu 15 Zentimeter Schnee, meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD). Selbst ganz im Süden der USA, in New Orleans, fielen zwei Zentimeter weiße Pracht - und damit der früheste Schnee seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch Kanada liegt derzeit quasi unter einer geschlossenen Schneedecke, die Temperaturen steigen nicht mehr über minus zehn Grad, verbreitet werden minus 30 Grad kaum überschritten, meldet der DWD.
cht/dpa
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