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23.12.2008
 

Stromausfall in Singapur

Feuerwehr seilt Touristen aus größtem Riesenrad der Welt ab

Abseilen aus einem Riesenrad: Was für manchen nach einem Riesenspaß klingt, war Touristen in Singapur eher unangenehm. Wegen eines Stromausfalls hingen sie sechs Stunden lang 150 Meter über der Erde - und wurden von der Feuerwehr gerettet.

Singapur - Das Abenteuer im größten Riesenrad der Welt ist für fast 200 Touristen zum Albtraum geworden. Sie saßen in Singapur nach einem Stromausfall sechs Stunden lang in ihren Gondeln fest, einige von ihnen in über 150 Meter Höhe.

Das 165 Meter hohe Riesenrad "Singapore Flyer" ist nach Angaben der Bauherren 30 Meter höher als sein Gegenstück in London, das "London Eye". Die Singapurer Attraktion hatte erst Anfang des Jahres den Betrieb aufgenommen. Die Betreiberfirma Great Wheel Corp plant auch ein Riesenrad neben dem Zoologischen Garten in Berlin, das etwa 180 Meter hoch sein und für 120 Millionen Euro bis Ende 2009 errichtet werden soll.

In dem Riesenrad saßen laut einer Sprecherin 173 Menschen, als gegen 17 Uhr Ortszeit ein Kurzschluss in einem der Motoren den Stromausfall auslöste. Feuerwehrleute versuchten zunächst, zu einzelnen Gondeln vorzudringen. Von den Betroffenen mussten nach Polizeiangaben eine 70-jährige Frau und ein Junge nach ihrer Rettung ins Krankenhaus gebracht werden, ihnen war schlecht geworden.

Mehrere Touristen seilten sich unter dem Applaus der Umstehenden aus ihren Gondeln ab. Kurz nach 23 Uhr (Ortszeit) war die Panne dann behoben: Das Riesenrad drehte sich wieder und die Insassen konnten nach und nach aussteigen.

"Wir haben gedacht, wir müssen uns auch abseilen", berichtete Anna-Louise Allen aus Australien. "Natürlich waren wir deshalb ein bisschen in Panik." Ihr Ehemann Syd beschwerte sich über die mangelnden Informationen während der Panne. "Es war toll, bis wir plötzlich anhielten. Dann gab es ein Informationsloch."

Allerdings betonte die Betreibergesellschaft, dass nach dem Defekt schnell wieder ausreichend Strom vorhanden war, um wenigstens das Kommunikationssystem und die Klimaanlagen in den Gondeln zu versorgen. Dies löste aber nicht alle Probleme für die Eingeschlossenen: Einige hätten aus Verzweiflung in Plastikflaschen uriniert, berichtete Meta Hartono aus Indonesien. "Ich liebe Singapur, aber ich glaube nicht, dass ich nochmal in den Flyer steige", fügte sie hinzu.

Das Riesenrad soll nach dem Zwischenfall mindestens bis Donnerstag geschlossen bleiben.

cte/AFP

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