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17.01.2009
 

Airbus-Notwasserung

Der kurze Ruhm des Janis Krums

Er sah, knipste und veröffentlichte: Der US-Unternehmer Janis Krums verbreitete über den Kurznachrichtendienst Twitter eines der ersten Bilder des im Hudson niedergegangenen Airbus. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE beschreibt er die Hysterie, die anschließend über ihn hereinbrach.

Hamburg - Der Tag, an dem ein Flugzeug in den Hudson fiel und Janis Krums zum Medienstar avancierte, begann ganz unaufgeregt. "Fahre nach New York hinein, während Schnee fällt und alles verlangsamt", schrieb der Unternehmer aus Sarasota, Florida, auf seiner Twitter-Seite. Drei Stunden später setzte der 23-Jährige hinzu: Verlasse die Stadt. Versuche, den Verkehr zu schlagen. Wünscht mir Glück."

Und dann, am Donnerstagmittag um 12.23 Uhr Ortszeit, der Eintrag, der Krums vorübergehend berühmt macht: "Da ist ein Flugzeug im Hudson River. Bin auf der Fähre, die versucht, die Leute aufzusammeln. Verrückt."

Seither steht das Telefon des ehemaligen College-Basketballspielers nicht mehr still: MSNBC, CNN, Radiosender, Nachrichtenagenturen und Zeitungen aus aller Welt wollen wissen, wie er die spektakuläre Notlandung erlebt hat.

Der Airbus A320

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38-Meter-Koloss im Himmel

SPIEGEL ONLINE: Herr Krums, gab es in den vergangenen zwei Tagen eigentlich Momente, in denen Sie sich gewünscht haben, diesen Twitter-Eintrag nie gemacht zu haben?

Krums: Nein, die gab es nicht. Ich genieße die öffentliche Aufmerksamkeit ein wenig, das gebe ich gerne zu. Ich weiß jedoch, dass sie sich schnell wieder legen wird. So läuft das eben.

SPIEGEL ONLINE: Das klingt sehr abgebrüht. Haben Sie das Bild veröffentlicht, damit die Presse anruft?

Krums: Ganz und gar nicht. Ich habe in dem Moment nicht darüber nachgedacht, was daraus werden könnte. Im Bauch der Fähre nach New Jersey sitzend sah ich durch die Seitenscheibe dieses riesige Flugzeug im Wasser. Es war ein so surrealer Moment. Fast instinktiv zückte ich mein iPhone, knipste und stellte - weil ich gerade bei Twitter angemeldet war - die Aufnahme ins Netz.

SPIEGEL ONLINE: 15 Minuten Ruhm …

Krums: Naja, 24 Stunden waren es schon …

SPIEGEL ONLINE: Also bitte, 24 Stunden Ruhm für Janis Krums. Hat Ihre Aufnahme sonst noch etwas gebracht?

Krums: Sie ist ein Dokument der Zeitgeschichte, wenn man so will. Vor ein paar Jahren hätten fast nur professionelle Pressefotografen solche Bilder machen und veröffentlichen können. Heute ist jeder dazu in der Lage. Ich finde, das ist ein gewaltiger Fortschritt.

SPIEGEL ONLINE: Immerhin hat Sie der Schnappschuss bei Ihren Vorsätzen fürs neue Jahr einen guten Schritt weiter gebracht?

Krums: Richtig. Ich wollte 2009 über tausend Twitter-"Follower" erreichen. Aktuell sind es bereits 3062. Nicht schlecht, oder?

SPIEGEL ONLINE: Dann können Sie sich ja nun auf Ihre übrigen Vorhaben konzentrieren.

Krums: So ist es. Ich wiege nämlich 210 Pfund …

SPIEGEL ONLINE: … etwa 95 Kilo …

Krums: … und 15 Pfund müssen noch runter. Das gehe ich jetzt an.

Das Interview führte Jörg Diehl

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